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Sinzendorf, Phil. Ludw. Graf v. — Skaliy. 55
den Grafen^ Georg v. Thurn/ welcher beydes 1833 an den Grafen
Waldbott-Bassenheim verkaufte. Außerdem gehörten dem fürstl.
Hauses S. bedeutende Fideicommisse und Allodien. Fürst Prosper
S. liebte die Wissenschaften und den Umgang mit gelehrten und geistrei-
chen Personen. Er hinterließ eine ansehnliche Bibliothek.
Sinzendorf, Phi l . Ludw. Graf v. , k. k. geh. Nath und
Minister, war geboren den 26. Dec. 167! zu Wien. Nach vollende-
ten Studien widmete er sich den öffentlichen Geschäften. Nach dem
Ryswiker Frieden ging S. als außerordentlicher Gesandter nach Frank-
reich/ 1705 kam er wieder zurück und wurde wirkl. geh. Rath, bald
darauf oberster Kanzler und 1712 kais. Bevollmächtigter auf dem Frie-
denscongresse zu Utrecht. Seit seiner Rückkehr leitete erunter Car l VI .
als kaiserl. Minister die wichtigsten Staatsangelegenheiten. Nach dem
Tode dieses Kaisers bestätigte ihn zwar Mar ia Theresia in allen sei-
nen Würden, er nahm jedoch an den Staatsangelegenheiten keinen Theil
mehr und starb zu Wien den 8. Febr. 1742.
Sinnier (Syrmier) Gespanschaft, die östlichste Gespanschaft
in Slavonien, auch die historisch-merkwürdigste und fruchtbarste dieses
Landes. Ihr Nahme rührt von der römischen Stadt sirmium her, wel-
che nach I'aurunuin (Belgrad) die ansehnlichste Stadt in diesem Land-
striche war, und zum valerianischen Pannonien gehörte. Die S. G. ist
indessen rücksichtlich ihrer Ausdehnung sehr von jenem alten Sirmien
verschieden, zudem auch der Theil des heutigen Peterwardeiner Bezir-
kes gehörte, und unter welchem alles östlich von Mursa gelegene Land
zwischen den Flüssen Donau und Save begriffen war, dagegen nur der
nördliche Theil desselben zur heutigen Oespanschaft Sirmien gehört, de-
ren Areal 43^ -Q. Meilen beträgt. Die Mehrheit der 81,200 Comi-
tatseinwohner sind wohl, wie in Slavonien überhaupt. Serbler, oder,
wie sie von Anderen genannt werden, Slowenossrben; allein unter ihnen
wohnen beynahe halb so viel Deutsche, Walachen und andere Fremde,
großen Theils mit jenen bereits vermischt, aber auch zum Theil noch un-
vermischt. Beynahe um ^ zahlreicher findet man hier die Anhänger der
russisch-griechischen Kirche, als die der katholischen, und unter den neu
Eingewanderten aus anderen Ländern gibt es fast 2,090 Calviner. Der
Hauptgeschäfts- und Nahrungszweig der Einwohner ist die Ökonomie in
ihren mannigfaltigen Gestalten. Ackerbau, Gartenbau und Weinbau
sind hier gleich ergiebig, und es gibt beynahe keinen andern nicht land-
wirthschaftlich benutzten Raum, als welchen Straßen und Wohnorte
einnehmen. Der Obst, und Seidenbau gedeiht hier vorzüglich, und un-
ter den Obstarren zeichnen sich die Pflaumen durch ihre Menge, und die
kostbaren Wassermelonen, welche in diesem warmen Clima leicht fort-
kommen, besondersaus.
Sit t ich, illyr. Dorf mit 9,918 Einw. im Neustadtler Kreise
Krams, wo sich ehemahls ein berühmtes Cisterzienserstift (1326 gegrün-
det) befand, mit einem Schlosse.
Ska l iy , alte ungar. königl. Freystadt im Neutraer Comitat,
zählt 834 Häuser mit 5,700 Einwohnern. Man findet hier ein schöne
Rathhaus, eine sehr alte, 1024 erbaute, Pfarrkirche, eine große un
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie