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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
Seite - 57 -
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Skotschau. — Slaven. 57 des griechisch-kathol. General-Seminars daselbst ernannt, erhielt bald darauf die Lehrkanzel der Pastoraltheologie an der Universität und 1737 die Stelle eines General-Vicars bey dem griechisch - kathol. Bischöfe. Als der Bischof Peter Bielansky 1793 starb, erhob ihn Kaiser Franz, nach dem allgemeinen Wunsche seiner Glaubensgenossen, unter welchen er sich so sehr auszeichnete, zur bischöst. Würde. Er starb den 23. May 1805. Skotschau, schles. offene Sradt mit 1,500 Einw. im Teschener Kreise, in tiefer Lage, auf 3 Seiten von hohen Hügeln umgeben, an der noch kleinen Weichsel, über welche eine 950 Fuß lange hölzerne Brücke führt. Die Mehrzahl der Häuser ist von Holz, aber der große Marktplatz, der ein Quadrat bildet, von lauter massiven Gebäuden um, schlössen und durch ein schönes geräumiges Rathhaus geziert. Slaven. Die österr. Staaten zählen gegen 14 Millionen S. (fast die Hälfte ihrer Bevölkerung), und diese sind, mit Ausnahme von Nie- derösterreich, Salzburg, Tyrol und dem lombard.-venetian. Königrei- che, in allen Provinzen der Monarchie vertheilt. Sie sind also die am meisten verbreitete Nation des österr. Staarenverbandes. Wenige Ver- muthungen nur lassen sich über die Sprachbildung und Geistescultur der heidnischen S. wagen, denn erst mit der Bekehrung der S. zum Chri« stenthume beginnt eine neue, aber wahrhaftere Epoche in ihrer Cul- turgeschichte. Die südlichen S. waren die ersten, die durch griechische m.d italienisch-deutsche Mönche, geraume Zeit vor Cy r i l l und Me« thud, und hernach durch diese selbst, in dem Christenthums unterrich- tet worden. Um diese Zeit bekamen die S . , nach dem Verluste ihres indisch - slavischen Uralphabetes, von Griechenland aus die Wohlthat der Buchstaben, diese Vorbedingung aller Cultur. Der Stern eines neuen geistigen Lebens ging den S. in Serbien, Bosnien, Bulga- rien, Pannonien und Mahren auf. Cyr i l l und Methud lasen die Messe in der Landessprache, und der Dialect der 2 Brüder-Apostel, dessen sie sich bey Übersetzung der heil. Bücher bedienten, war auf dem Puncte, für immer zur Büchersprache der S. erhoben zu werden, als plötzlich der Zwist der morgen- und abendländischen Kirche der Sache eine ganz andere Wendung gab. Die Böhmen und Polen, von Priestern der röm. Kirche zum Christenthums bekehrt, nahmen das cyrillische Al- phabet nie ganz an, sondern erhoben nach und nach ihre eigene Mund, ärt zur Schriftsprache nach eigener lateinisch-teutonischer Combination. Pannonien und Dalmatien nahmen, da die Ausübung des Gottesdienstes in der Landessprache bewilliget wurde, das glagolitische Alphabet an / während sich andere slavische Länder die lateinischen Charaktere aneigne- ten. Nur Serbien, die Moldau, Walachey, ein Theil von Panno- nien und ein Theil von Polen blieben dem cyrillischen Alphabet und der altslavischen Kirchensprache, getreu. Das eigentliche und größte Unglück für die slavische Nation und ihre Sprache war, daß diese friedlichen Ackers- und Handelsleute, oie im Bewußtseyn ihrer Unschuld vergessen hatten, auf Kriegsfälle vorzudenken, im Süden von Magyaren und Türken, im Westen von Deutschen und in Osten von Mongolen unter- jocht wurden, wodurch in allen Staatsfunctionen die Sprache des Sie«
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe See-V, Band 5
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe See-V
Band
5
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
604
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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