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53 Slavonien. I. Geschichte.
gers herrschend wurde. Nach dieser Trennung arbeitete nun jeder Stamm
für sich, so gut er konnte, an derAusbildung der Sprache fort, aber ver-
einzelt, getrennt und einander fremd geworden durch Religion und po-
litische Verhältnisse; daher erklärt es sich, wie Söhne eines Stammes
und einer^ Sprache die Letztere so verschiedenartig ausgebildet und wie
einwirkende Umstände dieselbe in so verschiedene Dialecte getheilt ha-
ben. S. übrigens Bewohner.
Slavonien, Ungarn einverleibtes Rönigreich. I. Ge-
schichte. Die ersten bekannten Bewohner dieses Landes waren die Skortis-
ker; später-wohnten die Pannonier darin, die vonAugustus unterjocht
wurden. Das Land gehörte hieraufzu pInnonja inferior, hatte aber auch
den eigenen Nahmen 1?ann0nia 3avig. Kaiser Probus, der ein geborner
Sirmier war, that viel für die Cultur seines Vaterlandes und ließ auch
270 die ersten Weinberge darin pflanzen. Beydergroßen Völkerwanderung
und den spätern Völterzügen wurden mehrere Theile von S. von dem
byzantinischen Reiche getrennt, doch blieb sirmiurn stets dabey, selbst
da, als das ganze Land eine Beute der Avaren geworden war. Als 796
die Äraren von Carl des Großen Vater, P i p i n , überwältigt
wurden, da ward der an der Save und Donau gelegene Theil des Lan?
des ?2nn0nia sHviI völlig wüst und Car l der Große erlaubte spater
einem slavischen in Dalmatien wohnenden Volksstamme sich darin anzu-
siedeln. Den ersten Ansiedlern folgten schnell mehrere und bald machten
die Slaven ein zahlreiches Volk aus, welches zu Kaiser Ludwig des
Frommen Zeit einen eigenen, doch den Franken lehnbaren Fürzen
Lindewit besaß. Damahls gehörte auch Croatien dazu, mit welchem
es lange vereinigt, doch einige Zeit auch wieder davon getrennt war.
827 fielen die Bulgaren in S. ein, wurden aber von den Franken zu-
rückgeschlagen. Die Slavonier hatten zwar seit ihrer Ansiedelung das
Christenthum angenommen, da es aber aus Mangel an Unterricht in
tiefen Verfall gerieth, so zogen die 2 Byzantiner, Cyr i l l und Me-
t h u d , 864 zu den. slavischen Völkern im Westen, um ihnen Un-
terricht zu ertheilen; Methud wurde Bischof in Sirmium. Als im
20. Jahrhundert die Magyaren sich ganz Pannonien unterwarfen,
überwältigten sie auch S . , doch Sirmien blieb noch immer unter by-
zantinischer Herrschaft, machte sich aber allmählig unabhängig und hatte
eigene Fürsten. 1l)19 kam es zwar wieder auf kurze Zeit unter byzantini-
sche Hoheit, dann aber blieb es viele Jahre hindurch ein Gegenstand des
Streites zwischen den Byzantinern und den Ungarn. 1127 wurde S.
der Schauplatz eines blutigen Krieges und von den Ungarn erobert,
1152 wieder von den Byzantinern besetzt, dann aber 1165 für immer
an Ungarn abgetreten. Es kam nun zwar nebst Dalmatien und Croatien
verschiedene Mahle als besonderes Fürstenthum an die Brüder und Söhne
der ungar.Königs, blieb jedoch stets unter ungar. Hoheit. 1471 sielen die
Türken zum ersten Mahle in S. ein und wiederbohlten nun öfter ihre
Einbrüche. 1490 wurde ganz S. mit Ausnahme von Sirmien an Io«
hann Corvinus abgetreten, damit er aber nicht auf völlige Landes-
Herrschaft Anspruch mache, nahm König Ladis laus l l . von Ungarn
den Titel eines Königs von S. an. 1524 wurde das ganze Land von
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie