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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
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Seite - 61 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5

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Slavonien. I I . Geographie und Statistik. 81 Drave und Donau, welche schiffbar sind. Die Save kommr aus Croatien; sie tritt 2—3 Mahl des Jahres aus, und überschwemmt das Land bis 2 Stunden weit hinein. In die Save ergießen sich fast alle etwas bedeu- tenden Flüsse S.'s. Die Drave bringt die meisten Gewässer Kärnthens, Steyermarks und Croatiens nach S. , wo sie die Veröczer Gespanschaft Ungarns trennt, und dann oberhalb Almas in die Donau fallt. Der Fluß Drave, welcher in S. weniger reißend und schnell ist, als in Croa, tien, hat fast nirgends genug hohe und feste Ufer, daher er öfters das Land überschwemmt, und viele Moraste und stehende Gewässer zurück- läßt. Von den inländischen Flüssen S.'s., welche sich in die Drave ergie- ßen, verdient bloß die Vuchina genannt zu werden, da die übrigen nur unbedeutende Bache sind. Die Donau betritt da , wo sich mit ihr die Drave vereinigt, anderthalb Meilen unter Eszek, S . , und nachdem sie dasselbe von der Bacser Gespanschaft und von dem Banate getrennt hat, verläßt sie unterhalb Seml in wieder die slavonische Gränze, und strömt zwischen Serbien und der banatischen Militärgränze dem schwar- zen Meere zu. Zu dem Flußgebiethe der Donau gehört nur ein einziger etwas bedeutender inländischer Fluß, nähmlich die Vuka, welche aus der Veröczer Gespanschaft kommt und in Sirmien bey Vukovar in die Donau fallt. Da es in S. an der Drave und Save viele flache Orte gibt, welche niedriger lsegen, als diese beydenFlüsse bey mittlerm Wasser hoch sind, so hat dieses Land auch mehrere größere und kleinere stehende Ge- wässer. Daher gibt es in der Veröczer Gespanschaft sowohl als in den Bezirken der Gränzregimenter mehrere Strecken, welche mit Sümpfen bedeckt sind, und unter welchen die von Kologyr'ar und P a la csa bey Eszek die größten und merkwürdigsten sind. Diese beyden Sümpfe ha- ben einen solchen Umfang, daß man da, wo dieses Wasser am schmäl- sten ist, zur Überfahrt 2 Stunden braucht. Mitten in dem See ragt eine kleine Insel hervor, auf welcher man noch Spuren eines Gartens findet, auch Obstbäume und sehr dicke, vielleicht hundertjährige Wein- siöcke antrifft, die jährlich sehr viele Trauben von einer erstaunlichen Große und dem süßesten Geschmacke tragen; woraus erhellt, daß dieser Sumpf seinen Ursprung in der vernachläßigten Cultur haben muß. Au» ßer diesem sind aber noch mehrere kleinere Sümpfe und Moräste längs der Drave verbreitet, welche mit Riedgras und Schilf bewachsen sind, die man aber mit der steigenden Bevölkerung gewiß auch austrocknen und urbar machen wird. Denn schon jetzt erblickt man mehrere Gegenden in der Veröczer Gespanschaft, wie z. B. um Eszek, Csepin, Tenye, Verovicz, die noch vor 20 Jahren nichts als unzugängliche Moraste waren, und die gegenwärtig mit reifenden Ähren bedeckt sind, oder dem Vieh zur Weide dienen. Von mineralischen Quellen haben nur 2 bis jetzt eine Celebrität erhalten, nähmlich die Bäder zu Daruvär und Lipik. Übrigens verdientauch noch das Bad zu Vel l ika bemerkt zu werden. So unbeträchtlich die Producte aus dem Mineralreiche sind, so wichtig sind sie dagegen aus dem Pflanzen- und Thierreiche. Was da5 erstere betrifft, so wachsen in S. alle Arten deS Getreides: Weizen, Kukurutz, Roggen, Spelt, Hafer, Hirse, Gerste, Erbsen, Boh- nen u. s. w. Auch die Handelskräuter kommen in S. gut fort, davon.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe See-V, Band 5
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe See-V
Band
5
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
604
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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