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66 S l o u p . — S m r c z k a .
wagen wird/ sind: Quartett in N-äur, Variationen in N
Potpourri/ Concert in I'iz-inoll, Variationen in N-6ui-, Doppele
Concert in I^is, Concert in ^-moll, Variationen auf der (^-Saite,
Impromptu/ Rondeau in ^- <^ur und Variationen in ^.
Sloup (Slaup)/ mähr. Dorf und Wallfahrtsort im Brünner
Kreise, mit 450 Einwohnern und einer Pfarrkirche. Nahe bey diesem
Dorfe sind in dem Kalkgebirge verschiedene Höhlen; die erste davon ist
sehr hoch und groß/ andere sind klein und durch verschiedene Gänge ver-
bunden. In einer größern Höhle ist ein Abgrund mit einer weiten Öff-
nung, dessen Tiefe man aus dem einige Minuten anhaltenden Falle
eines hineingeworfenen Steines/ und aus dem Schalle/ den er ver-
ursacht, entnehmen kann. Das in diesen Höhlen herabtriefende Wasser
wird zu Tropfsteinen, die zum Theil in großen Stücken liegen, oder
auch ganze Wände bilden, wodurch manche Höhlen abgetheilt werden;
zum Theil aber hängen sie als Zapfen von verschiedener Gestalt und
Dicke an den obern Decken derHöhlen/was einen eigenthümlichenAnblick
gewährt, der noch dadurch erhöht wird/ wenn man die Höhle mit
zahlreichen Lichtern sieht, wodurch hier und da der Glanz der Tropfstei-
ne sichtbar wird. Außerdem findet man noch einige minder beträchtliche
Höhlen.
Smetschna (Smecna), böhm. Städtchen im Ralonitzer Kreise,
hat 1,040 Einwohner, ein anlehnliches grast. Clam'sches Schloß mit
einem Ziergarten, ein kleines Spital und eine für die Unterthanen be<
stimmte Sparcasse.
Smitmer, Franz Paul Edler v., des Malteser Ritter-Or<
dens Comthur und Domherr des Wiener Metropolitancapitels, war ge-
boren 1740 zu Wien aus alter berühmter Familie, welche schon seit
dem Ende des 4. Jahrhunderts in Wien ansaßig war. S. wählte nach
vollendeter sorgfältiger Erziehung den geistlichen Stand, und trat 1760
in den Malteser-Orden. Mit vorzüglichem Eifer verlegte er sich auf die
Geschichte der geistlichen Orden, und besonders jene. der Malteser. Er
starb den 4. October 1796. Die von ihm hinterlassene Sammlung von
geschriebenen und gedruckten Urkunden, jenen Orden betreffend, so wie
seine herrliche Sphragitothek (Siegelsammlung), jetzt im Besitze des
k. k. geh. Archives, sind einzig in ihrer Art, und nicht nur zur Ge-
schichte des Ordens, sondern auch zu jener Wien's von äußerster Wich-
tigkeit.
Smrczka, Ios. Christian, Virtuose aufdemVioloncell, war
zu Mühlhausen in Böhmen, den 23.März 1766'geboren. Erbrachte
es in wenigen Jahren so weit, daß er 1775 durch die Mitwirkung sei-
nes nahen Anverwandten Didak Nowotny, eines Franciscaner-
Layenbruders, die Stiftung an der Kreuzherrenkirche bey der Prager
Brücke als Discantist erhalten. Hier lag S. den Studien bis in Pas.
8. Jahr ob, binnen welcher Zeit er auch Unterricht in der Tonkunst von
Ioh . Kozeluch erhielt, und zu einem tüchtigen Tonkünstler gebildet
wurde. Schon damahls spielteer die größten Concerte mit vieler Geschick-
lichkeit, und accompagnirte in allen musikalischen Akademien mit vielem
Beyfall. Er fand bald mehrere Gönner, die für sein künftiges Glück
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie