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« S o m m a r i v a. 71
wo er im November längs der Küste von Bologna vorrückte, «m sich
daselbst Mit der österreichischen Hauptarmee zu vereinigen. Er vertrieb
auf diesem Zuge die Feinde aus Pesaro, R i m i n i , Cesena, Ra«
venna, Faenza und I m o l a , und führte in der Romagna in
Verbindung mit dem Oeneral Schusteck einen thätigen kleinen Krieg.
— Nach der Schlacht am Mincio vereinigte er sich im Jan. 1801 hinter
Legnano mit der Hauptarmee, deren Arrieregarde er befehligte, und
durch muthige Angriffe sich dem Andringen des Feindes mit Erfolg wi-
dersetzte. — 1805 hatte Marschall Masse na mit einem vergeblichen
Versuche, V eronetta zu nehmen, die Feindseligkeiten in Italien be-
gonnen. S. nahm an diesen, und allen Vorfällen dieses Feldzuges den
thätigsten Antheil, und befand sich nach der Schlacht von Cal^diero
bey dem Nachtrabe der Armee, welche Erzherzog Carl gegen Oden-
bürg führte. — 1809 verlieh ihm der Kaiser das vacant gewordene
5. Cürassier-Regiment Nassau, und ernannte ihn 1807 zum Feld-
marschall-Lieutenant; zugleich wurde ihm das Militär-Commando zu
Troppau übertragen. — In dem Feldzuge 1809 befehligte er eine
Division in dem 4. Armee-Corps; warf den Feind bey D i m l i n g e n ,
und gab in der Schlacht von Eckmühl die glänzendsten Beweise von
persönlicher Tapferkeit und Entschlossenheit. Der Erzherzog Car l über,
trug ihm das Commando des Nachtrabes der Armee, und als Feldzeug-
meister Graf Ko lowra t mit der Vertheidigung Böhmens beauftragt
wurde, war S. seinen Befehlen zugewiesen. Er sicherte durch einen
kleinen Krieg die Donaustrecke von Passau bis I p s , unk obschon die
beabsichtigte Wegnahme des stark verschanzten feindlichen Brückenkopfs
bey Urfahr (s. d.), wegen der Unmöglichkeit, das Geschütz durch die
unfahrbaren Gebirgswege zu bringen, nicht ausgeführt werden konnte,
so gelang es ihm doch, den Feind durch andere nachdrückliche Unterneh-
mungen bey Linz festzuhalten, und ihn an der Entsendung von Ver-
stärkungen an die untere Donau zu verhindern. — Nach dem Waffen-
stillstand von Znaym concentrirte S. feine Truppen zwischen Budweis
und W i t t i ngau , und im August desselben Jahres wurde ihm vom
Kaiser das Commando des I. Armee-Corps bey der Hauptarmee anver«
traut. — Nach dem bald darauf erfolgten Wiener Frieden erhielt er
wieder das Militär-Commando in Osterr. -Schlesien, wurde 1311 zum
Truppen-Inspecteur in Österreich, und 1312 zum Divisions-Comman-
danten in Pesth und Truppen-Inspecteur in Ungarn ernannt.— 1813
sammelte sich unter seinem Befehle die Armee von Innerösterreich. Bey
der Ankunft des commandirenden General - Feldzeugmeisters Freyh. v.
Hi t ler übernahm S. das Commando einer Division, behauptete den
wichtigen Paß über den Loibl gegen die überlegenen feindlichen An-
griffe, nahm Kra in bürg und sicherte den Drauübergang bey Hol -
lenburg. Feldzeugmeister Freyh. v. H i t le r übertrug bey dem Flan-
kenmarsche durch Tyrol gegen Verona das Commando seines rechten
Armeefiügels S. Dieser bezwang das Castell von Tr ien t, drückte die
Feinde über Rov eredo bis zur Chiusa, und behauptete die von ihm
befestigte Stellung von Ser rava l l e gegen die nachdrücklichsten An-
griffe. Er errichtete auf dem Lago di Garda eine Flottille/ welche bey
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie