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78 Sonnleithner,Fr. Xav. —Sonnleithner, Ign.iLdlcrv.
Sonnleithner, Franz Z^av., k. k. Nach und Magistrats'
secretär in Wien , war geboren zuWien 1759, studirte daselbst und
widmete sich nach adsolvirten Studien den öffentlichen Geschäften bey
dem Wiener Magistrat Er starb zu Wien 1329 und hinterließ fol-
gende Schriften im Drucke: Abhandlung von den Titeln und Wapen
der rö'm. Kaiser, Wien 178l. — Neuestes vollständiges Handbuch der
österr. Rechte, eb. 1785. — Anmerkungen zum neuen Iosephinischen
Criminalgesetz, eb. 1787. — Erklärung der wichtigsten und nothwen-
digsten Materien aus den Instituten und Pandecten, eb. 1791.
Scmnleithner, I gn . Edler v. , Dr. der Rechte, k. k. Rath,
ordentl. öffentl. Professor der Handelswissenschaft, des Handels- und
Wechselrechts an dem t. k. polytechnischen Institut in Wien , Referent
der ersten österr. Sparcasse und der damit vereinigten allgfm. Vevsor-
gungs-Anstalt; gewesener Hof- und Gerichtsadvocat und k. t. öffentl.
Notar. Er wurde am 30. Iuly 1770 in Wien geboren, wo sein Vater
Dr. Christoph S . , Hof- und Gerichtsadvocat und Hofrichter des
Stiftes Schotten, als ein ausgezeichneter Rechtsgelehrter allgemein ge-
achtet war. Die erste Erziehung genoß er gemeinschaftlich mit seinen
zahlreichen Geschwistern im älterlichen Hause, und trat dann 1780 mir
den Gymnasialstudien die Laufbahn der wissenschaftlichen Bildung an.
1786, als er kaum den ersten Jahrgang der philosophischen Studien
vollendet hatte, traf ihn das Unglück, seinen Vater zu verlieren, und
da dieser eine Witwe und 10 größtentheils unversorgte Kinder zurück-
ließ, deren Erziehungskosten es ihm unmöglich gemacht hatten, ein
bedeutendes Vermögen zu ersparen/ so war wenig Aussicht vorhanden,
daß sein Sohn Ignaz die höheren Studien würde fortsetzen kön-
nen. Dieß wurde nur durch Kaiser Joseph's I I . besondere Rücksicht
für die Verdienste des Vaters möglich gemacht, und ihm ein Stif-
tungsplatz in der k. k. Theresianischen Ritterakademie verliehen. 1791
vollendete S. mit Auszeichnung die juridischen Studien, und genoß
zugleich den Unterricht in fremden Sprachen und in andern nützlichen
Wissenschaften, wodurch sein Geist eine umfassende und vielseitige Aus-
bildung erhielt. 1794 erhielt er die juridische Doctorwürde. Wäh-
rend er sich der vorgeschriebenen dreyjährigen Advocaturspraxis widmete,
mußte er sich seinen Unterhalt größtentheils selbst verschaffen, und aus
diesem Anlasse führte er auch durch längere Zeit bey einem angesehenen
Handlungshause in Wien die auslandische Correspondenz, wodurch er
sich jene Handelskenntnisse erwarb, welche ihm auf seiner spatern Lauf-
bahn so sehr zu Statten kamen. 1795 legte er den Eid als Hof- und
Gerichtsadvocat in Wien ab, welches Amt er durch 32 Jahre mit Aus-
zeichnung bekleidete. Vom Jahre 1801 an hielt er und zwar alo der
Erste, der in diesem Fache öffentlich als Lehrer auftrat, an der Wiener
Universität unentgeldliche Vorlesungen über das österreichische Handels-
und Wechselrecht, und setzte selbe bis 1810 fort, wo dieses Lehrfach zu
einem Zweige der ordentlichen Rechtsstudien erhoben, und einem andern,
bereits angestellten Professor, zugetheilt wurde. Inzwischen hatte S.
1803 daS Diplom als k. k. öffentlicher Notar erhalten, auch 1302,
1310 und 1314 die akademische Würde eines Procurators der migan-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie