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398 TeiningundAmbcrg, Treffen bey. — Tekusch.
gut/ daß am 13. April gegen 5,000 Bayern und Franzosen sich ihm
beyWil tau gefangen geben mußten. KaiserFranz hatte ihn schon frü-
her zum Major ernannt, erhob ihn später zum Freyherrn v. Wi l tau,
und verlieh ihm den Theresien-Orden. Er lebt seit dem Wiener Frieden
auf einem Gut in Sreyermark, welches ihm der Kaiser geschenkt hat.
Teining und Amberg, Treffen bey, den 22. August 1796.
Österreichs Marken waren harr bedrängt, als in der 2. Hälfte des Jah-
res 1796 die Vereinigung dreyer großer französischerArmeen nahe schien.
Durch Iourdan's Vordringen war die Überschwemmung Böhmens
von seinen Truppen zu fürchten. Erzherzog Car l rettete durch seinen
wohlberechneten plötzlichen Übergang auf das linke Donauufer bey In-
golstadt den Staat aus der drohenden Gefahr. Dieses unvermu-
thete Zurückkehren vom rechten Donauufer, wo der Erzherzog bey D o-
nauwörth stand, nicht ahnend, warder rechte Flügel der Maas- und
Sambre-Armee unter Berna d o tte zu weit vorgerückt. Der Erzher-
zog ereilte ihn durch die angestrengtesten Märsche, griff bey Teining
und N e u m a r k unversehens am 22. August an, trieb die Fran-
zosen zur Flucht, und vereinigte sich dann bey Amberg mit War-
te ns leb en's Armee. So war die Verbindung der feindlichen Heere
getrennt, Iourdan's rechter Flügel aufgerollt, und die österreichi-
sche Armee im Vortheil. Der Oberfeldherr kam zu Bernadotte's Un-
terstützung zu spät, und mußte bald selbst mit dem ganzen Heere von
Nürnberg , Forchheim und ^5amberg welchen.
Teising (Theusing), böhm. Munizipalstadt im Elbogner Kreise
mit einem Schlosse und 1,390 Einwohnern, unter welchen es mehrere
Tuchmacher gibt.
Teißholz, ungar. Marktflecken im Oö'mörer Comitat, am
Flusse Rima, mit 3,170 Einwohnern, welche starke Schafzucht treiben
und Käse bereiten, einer Papiermühle, einem Eisenhammer und einem
Sauerbrunnen. Hier ist der Sitz des evangelischen Superintendenten
für den Bezirk der Theiß. Im Rimathale nächst T. wurde neuerlich vor-
trefflicher weißer Marmor gefunden.
Tekusch, Michael, Senior der evangelischen Gemeinden in Mäh-
ren und Prediger in B r u n n , war geboren zuPr^ßburg den 17.
Dec. 1764. Seine Vorstudien legte er am evangel. Gymnasium daselbst
zurück, kam 1735 an die Universität zu Göt t in gen, und vollendete
seine Studien an jener zu Jena. 1789, nach seiner Rückkehr nach Un-
garn erhielt er eine Anstellung als Subrector am Gymnasium seiner
Vaterstadt, und wurde nach 14jähriger eifriger Dienstleistung Professor
der Beredsamkeit und der mathematischen Wissenschaften daselbst. Kaum
hatte er jedoch diese Stelle angetreten, als er, da er sich eben einen
Vorrath von physikal. Instrumenten anschaffen, und einen Leitfaden zu
seinen Vorträgen herausgeben wollte, den Ruf zum evangel. Prediger
nach Brunn erhielt, dem ersofort 1803 folgte. Nach einer 10jährigen
sehr verdienstvollen Dienstleistung starb er daselbst den 8. Dec. 1813. Nebst
seinen Berufswissenschaften waren Philologie und classische Literatur
seine Lieblingsstudien. Er war überhaupt ein Mann von der solidesten
Gelehrsamkeit und einem ausgezeichnet edlen Gemüthe. Seine mit
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie