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Teleki, Sam. Graf. — lemeser Gespanschaft. 303
Oidmung der höchst gewählten, sich auf alle Zweige der Wissenschaf-
ten erstreckenden, über 3o,000 Bde. starken „T e l e k i'schen Bibliothek,"
der ungarischen Akademie zu Pesth, sammt einer Stiftung für einen
Custos; welcher 1834 von seiner Seite allein noch der Ankauf und die
Übertragung der K resz n e ri cs'schen Bücher/ Incunabeln, Manu-
scripte und auch der Münzen (gegen 8,000 St.) sammt einer Fundation
mr Vermehrung der Letzteren, folgte.
Tcleki v. Sz6k, Samuel Gra f , siebenbürg. Hofkanzler,
Obergespan des Biharer Comitats, Großkreuz des königl. ungar. St.
Stephan-Ordens, Ehrenmitglied der Göttinger, Jenaer/ Warschauer
Akademien der Wissenschaften; anfangs Küküllöer Obergespan, dann
Oubernialrath, 1784—90 königl. Commissär des Großwardeiner Be-
zirks, war geboren den 17. Nov. 1739, starb zu Wien den 7. August
1822, 83 Jahre alt. — Ein in vielen Hinsichten merkwürdiger und
hochverdienter Staatsmann. Er stiftete mit großem Aufwand eine Bi-
bliothek zu Maros-Väsarhe ly , die schon 1316, 36,096 Bande
stark war; ungerechnet jene, die er zu seinem Privatgebrauche in Wien
vorbehielt, und was er seitdem noch ankaufte. Seine Bibliothek wid-
mete er dem öffentlichen Gebrauche. Er begann seine Sammlung schon
im 19. Jahre seines Alters 1753. In diesem Jahre trat er seine Reise
in das Ausland zu diesem Behufe an. In der Vorrede zu dem ersten
Bande des gedruckten Catalogs: Uiküotlieca 3ain. <Üom. ^eieli i ,
3 Bde. Wien und Leipzig 1796—1817, äußerte er sich über die Be-
weggründe, die ihn leiteren, mit der ihm eigenen Gutmüthigteit also:
„Ich entschloß mich zu diesen Ausgaben und Bemühungen, um dem
Mangel an Büchern in meinem Vaterlande abzuhelfen, und mich als
einen nützlichen und fähigen Staatsbürger zu zeigen."
Telki-Bän^a, ungar. Dorf im Abaüjvarer Comitat, in gerin-
ger Entfernung von Gö'ncz, hat einige jedoch unbedeutende goldhaltige
Gruben und eine Porzellanfabrik. Man findet hier Achat, Chalcedon,
Jaspis, Carneol, Porphyr u. dgl.
Teltsch, mähr. Stadt im Iglauer Kreise, unweit des Ursprungs
der mähr. Thaya, und an derselben gelegen, hat 3,000 Einw., eine
Hauptschule, und eine ansehnliche, 1807 errichtete, Tuch- und Casimirfa-
brik, welche feine und ordinäre Waaren erzeugt, und ihre Carden selbst
erbaut. T. war einst der Sitz der Rosen berge von Neu haus, eines
hochberühmten Geschlechtes. Noch steht hier ein großes, schönes und
weitläufiges Schloß, wo in älteren Zeiten die Sage einen Geist-— die
sogenannte weiße Frau — seinen Spuk treiben ließ.
Temes, Fluß, entspringt in Siebenbürgen auf dem Berge Sze-
menik, fließt in der Banater Ebene und ergießt sich unweit Pancsova
in die Donau.
lemeser Gespanschaft in Ungarn, gränzt an die Csanader,
Araber, Torontaler und Krassover Gespanschaft, dann an den oeutsch-
banatischen und walachisch-illyrischen Gränz-Regimentsbezirk. DerFlä,
cheninhalt dieser Gespanschaft beträgt 1 1 6 ^ geograph. Q.Meilen, mit
einer Volksmenge von 243,500 Seelen, in 2 tönigl. Freystädten, 6
Marktflecken, 181 Dörfern und 1 Prädium. — Gewässer: Die Flüsse
Temes, Maros, Bega, Bogoniz, Karas und Bersava; die Bächo
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie