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316 Tepliy (mähr. Dorf). — Tcppicbfabrikation.
1335 war sie bis 26. August schon auf 3,913 gestiegen. Für deren Un-
terkunft und angenehmen Aufenthalt ist auf alle mögliche Weise gesorgt,
unstreitig ist T. einer der angenehmsten Badeorte, wo keine ängstliche
Absonderung der Stände bemerkt wird, ein Umstand, der auf den ver-
mehrten Besuch großen Einfluß hat. Zu den vorzüglichsten Vergnügun-
gen gehören das elegante Theater, die Balle und Reunionen im Gar-
tensaale, die Concerte und Picknicks; der Schießplatz voll schöner Aus-
sichten; die Anhöhe Lippnay; die fürstlichen Garten, soviel und so
groß, daß man sich wochenlang abwechselnd darin vergnügen kann :c.
Die gewöhnlichsten Belustigungsorte sind der Schloßgarten; das an-
muthige Dorna mit seiner parkähnlichen Anlage; die Fasanerie zu
Propst au nebst dem Teiche; der Kühbusch, ein von Alleen durchschnit-
tener grüner Rasenplatz; der Eichwald, Wachholderberg u. s. w. —
Von den mancherley Wohlthätigkeitsanstalten sind anzuführen die 3 Spi-
täler und das 1825 gestiftete Krankenhaus für20 Kranke des preußischen
Heeres. Die Einwohner, welche sich durch Dienstfertigkeit sehr vortheil-
haft auszeichnen, betreiben guten Obstbau und viel Industrie, beson-
ders in Strumpfwirkerey und Strickerey, verfertigen Handschuhe,
Tücher :c.
Teplitz (Teplice), mähr. Dorf im Prerauer Kreise, einen Ba-
deort, in dem sehr schö'neu Beczwathale bey Weiskirchen, am
rechten Ufer der Beczwa gelegen, mit dem verfallenen Bergschloffe
Schwrtschow. Dem Bade gegenüber sieht man das Gevatter-
loch (Propast), ein Erdfall, welcher eine Tiefe von 36 W. Kl. hat.
In seinem Grunde befindet sich ein kleiner Teich, dessen Waffer von
säuerlichem Geschmacke ist.
Tepl iy(Nlein-pischt ian), ungar.Dorf imNeutraerComitat,
s. unter Pischti an.
Teppichfabrikation. Bey dem hohen Alter, welches dieser
Fabrikation zugeschrieben wird, hat sie doch in den österreichischen Staa-
ten erst in den letzten Decennien des verflossenen Jahrhunderts Fuß ge-
faßt. Der Verbrauch der Teppiche war im Inlande, verglichen mit an-
dern Landern, immer unbedeutend. Um 17L0 sing man in Wien an,
Versuche mit der Erzeugung dieses Artikels zu machen. Es soll hier nur
die 1792 errichtete Fabrik des Wi lhe lm Gre i l angeführt werden,
welche Savannerie-Teppiche verfertigte , 1799 aber, wo sie sich in
H i etzing nächst Wien befand, ihre Arbeiten eingestellt hat. Ein glei-
ches Schicksal hatten einige Jahre früher noch andere Privatunterneh-
mungen dieser Art, indem damahls der Absatz der Teppiche noch zu ge-
ring, und der Gewinn zu wenig erheblich war, um für die großen Vor^
auslagen, welche die Stuhleinrichtung und die sonstigen Maschinen
forderten, Entschädigung zu gewähren. Erst von der Zeit an faßte diese
Fabrikation festere Wurzel, als die Linzer t. k. Wollenzeug-, Tuch- und
Teppichfabrik (s. d.) 1796 unter der Leitung ihres damahligen Directors,
Freyh. v. Sorgentha l, auf einen so schönen Zweig der Industrie ihr
Augenmerk richtete. — Die ansehnlichste Teppichfabrik in der österreichi«
schen Monarchie ist noch immer die k. k. ärarische in L inz , welche eine
bedeutende Menge der herrlichsten Teppiche liefert, und in der Manipu-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie