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tini«) in dem St. Marcuspalaste zu Venedig. Den größten Ruhm
aber erwarben ibm die Bildnisse der Erzherzoge von Österreich, die er
in prachtigen Kleidern, Harnischen, und mit schönen, aus der Bau-
kunst entlehnten, Einfassungen gezeichnet, und die Caspar de Avi-
bus zu Venedig auf ^6 Blattern in Kupfer gestochen hat. Der Ti-
tel dieses Prachtwerkes ist: ^uätriacae gciniä imaginum P2Ne8,Inns-
brück 1569—73.
Terzy, Ludw. Freyh. v./ General-Feldzeugmeister, Inha-
ber des Infanterie-Regiments Nr. 16, Commandeur des Maria-The-
refien-Ordens und Vice-Commandant der Stadt Wien, war 173lj
zu Mantua geboren. Er diente anfangs als Fähnrich bey dem And-
l a u'schen Regiments. In Italien focht er bey Gu astalla, Ca stell,
S. Lazaro,Piacenza und Rottofreddo. Im siebenjährigen
Kriege, in welchem er bis zum Oberstlieutenant vorrückte, und 1762
das Theresienkreuz erhielt, war beynahe kein wichtiger Vorfall, dem er
nicht beywohnte. Nach der Schlacht bey Moleschütz überstand er eine
durch Ungemach verursachte Todeskrankheit in Prag; ward bey L e u-
then in den Hals geschossen, und von der Reiterey fast zertreten, dar-
auf nach Breslau gebracht, und bey der Übergabe gefangen. Er er-
stürmte bey Hochkirchen eine Redoute ron 16, bey Maxen eine
andere von 6 Kanonen. Im Rückmärsche bey Domitsch rettete er
einen beretts aufgegebenen Artllleriezug von 16 Kanonen mit allem Zu-
gehör. Er ward 1763 Oberst des But le r'schen Regiments, 1775 Ge-
neral-Feldwachtmeister und erhielt 1773 das erledigte KönigSeck'sche
Regiment. 1779 wurde er in das Glatzische beordert, und vertheidigte
nicht allein gegen einen weit überlegenen Feind die wichtige Stellung
bey Rückers, sondern verfuhr gegen die Landleute bis zur Bekannt-
machung des Friedens so schonend, daß ihn König Friedrich mit sei-
nem Danke und einer goldenen Dose beehrte. Hierauf wurde er in
Prag mit dem Commandeurkreuze des Theresien-Ordens geziert, und
als Brigadier in Wien angestellt, wo ihn Joseph I I . zum Beglei«
ter auf seiner Reise nach Frankreich wählte. Er wurde 1786 Feldmar-
schall- Lieutenant und Commandant der österr. Truppen und sollte sie nach
den Niederlanden führen, wurde aber abgerufen, um bis 1790 das Inte-
rims-CommandoinWien zuführen, wo er dann in Böhmen unter L o u-
donzu dienen bestimmt wurde, allein nach beygelegtem Zwiste wieder in
Wien eintraf. 1793 mußte er mit den in Oberösterreich versammelten
Truppen nach den Niederlanden rücken, wo er in der Folge bey V a-
lenciennes. Watt ig nies und dem Rückzüge über die Sambre
vorzüglich gebraucht wurde, dabey aber an Kräften und Gesundheit so
abnahm, daß er sich gezwungen sah, um seine Entlassung zu bitten.
Dennoch wurde ihm nur in so weit gewillfahrt, daß er zu seiner vorigen
Dienstlei»7ung nach Wien zurück beordert, und zum Feldzeugmeister
ernannt wurde. Noch 1797 mußte er den Oberbefehl des bey der Haupt-
stadt.versammelten Heeres und des Aufqebothes übernehmen. Er führce
das Heer nach Innerösterreich, und hatte bereits Istrien und Dalmatien de-
setzt, als der Friede von C a m p o F o r m i o eintrat, worauf er
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie