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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
Seite - 324 -
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32l Thaler (Münze). — Thaler, Franz Christian. Par i s , ließ sich daselbst mehrmahls, sowohl bey Hofe als auch an an- dern ausgezeichneten Orten, hören, wurde mit ungemeincr Anerken- nung seines Talentes überhäuft, und erhielt von dem König Ludwig Ph i l i pp einen kostbaren Brillantring zum Geschenk, welcher von einem Schreiben des Generals A tha l i n , Adjutanten des Königs, voll der schmeichelhaftesten Lobsprüche für den Künstler begleitet war. Von Pa- r is begab sich T. vor Kurzem nach London, wo er gegenwartig ver- weilt. Unter seinen sehr gediegenen Werken sind vorzugsweise zu er- wabnen- I^ntaisie etVariationä sur dezniotifz 6« I'upera : Norma Don ^U2N 6e M022I-t. 1. . . Nocturneö. — veux aii-5 I-U55L5 V2I-I65; dieses sein 17. Werk trug T. vor den versammelten Monarchen in Teplitz mit großem Beyfalle yor. 2. (^price pour 1« kianoforte ist sein neuestes (18.) Werk. Thaler, allgemeine Benennung des größeren Silbergeldes, wel- che aus : Joachims th al er (Schl ickthaler , Löwenthaler) entstanden seyn soll. Als nähmlich 1516 zu Io ach ims th a l in Böh- men eine reiche Silbergrube entdeckt ward, ließen die Herren v. S ch l i ckseit 1513 eine 2 Loth schwere Silbermünze in großer Menge schlagen, wel- che mit dem böhmischen Löwen und mit dem heil. Joachim neben dem Wapen bezeichnet ist. Diese Münzen waren 15 Loth fein, und würden jetzt 1 Thaler 14 Groschen C. M. gelten, von 1536 an wurden sie 14 Loth 3 Gran fein. Sie verdrängten die bisherigen Guldengroschen, und wurden bald allgemein beliebt, so daß nach ihnen die zweylöthigen Sil- bermünzen, welche nun immer häufiger wurden, den Nahmen T. er- hielten, der sich unter verschiedenen Umformungen als Daler, Doalder, Tallero, Dollar u. s. w. weit, selbst bis Amerika verbreitete. Andere halten das Wort T. für eine Zusammenziehung aus Talenterstücke, und glauben, daß T. so viel wie Solidi/Großmünzen zu 1 Mark bezeichnen, und geben als Grund an, daß dasI» achim bey I oachim sth aler wegzulassen albern sey, und dann auch die andere Benennung Schlick« tha le r , Löwentha ler , nicht erklärt sey. Man hat nach dem ver« schiedenen Münzfuße verschiedene T., so Species thaler , Kronen- tha ler , Laubthaler , Alb erts th al er, Kreuztha ler , Cou« ran t tha le r , und hat die verschiedenen Arten durch mancherley Nah- men , besonders seit das Sammeln derselben in Thalercabinetten eine weit verbreitete Liebhaberey ward, bezeichnet, welche theils von ihrem Gepräge, theils von zufälligen Umstanden hergenommen sind. Da nach jedem Münzfuß Thalerstücke geprägt worden sind, der oftmahls auch, wie die verschiedenen Bancothaler, bloß eingebildete Münze ist, so ist ihr Werth natürlich relativ verschieden. Thaler, Franz Christian, geboren zu W ö r g l in Tyrol den 8.Iuly1759/ stammte aus einem bürgerlichen Geschlechte von Schwatz. Sein Vater ^ 'anz T. war k. k. Umgeldschreiber. Er lernte die Bild- hauerey anfangs bey Franz^Nißl in Fügen, ging sodann 1732 nach Augsburg , arbeitete dort beym Bildhauer Verhel f t , und be- suchte die Akademie, wo er die ersten Preise erhielt. 1784, ging er nach München, wo er durch ein halbes Jahr bey I o h . Prezner in Ar-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe See-V, Band 5
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe See-V
Band
5
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
604
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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