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Chanhausen, Nc Grafen. — Channcr. 325
b war. Er kam sodann wieder zu Franz N i ß l , und half ihm die
schönen Basreliefs in Holz für die Klosterkirche zu Viecht bearbeiten,
aus welchen die Krönung Christi grö'ßtentheils sein Werk ist. 1786
ging er nach Wien , wo er auf der dortigen Akademie sich so vervoll-
kommnete, daß er 1794 das große Prämium erhielt, und als einer der
geschicktesten Bildhauer geschätzt wurde. Unter seinen großen Werken ist
da) große Medaillon in hartem Metall, welches die Königinn von Nea-
pel M a r i a Caro l ine und ihre Kinder lebensgroß vorstellt, und im
Schlosse zu Schön brunn aufgestellt',!; sodann an einem Eckhause, der
Rathhauskirche inWien gegenüber, ein heil. Christoph. Während des
großen Wiener Congresses 1314 modellirte er 15 Gypsbüsten in Lebens-
größe von Bildnissen der damahls anwesenden Monarchen und andern
Personen höchsten Ranges, welche von Kaiser F r a n z I . gekauft, und
im Sommerpalaste in der Ungargaffe aufgestellt worden sind. Zu Inns-
bruck sind von ihm 2 Porträte in Lebensgröße in Gyps, nähmlich Kai-
ser Franz I. und der Erzherzog Car l in dem landschaftlichen Gebäude
zusehen. Auch das Porträt des Freyh. v. Re inhar t , landschaftlichen
General-Referenten zu Innsbruck, ist in nähmlicher Große von ihm
geformt. Er starb arm in Wien den 25. April 1317.
Thanhausen, die Grafen. Dieses Geschlecht leiten einige aus
Schwaben, von wo es sich nach Bayern, Salzburg, und endlich nach
Steyermark gezogen habe. Sie verwalteten in Salzburg das Erbtruch-
sessenamt, und in Steyermark das Erbjägermeisteramt, welches für sie
neu gegründet wurde. — 1530 wurde dieses Geschlecht in den Freyherrn-
stand erhoben und 1624 den 6. April in den Grafenstand. 1399 erscheint
Berthold v. T., welcher eine Wa l te rk in und dann eine v. Moos-
heim zur Gemahlinn hatte. Ba l thasar v. T. lebte 1497; Die-
trich focht 14l8 gegen die Türken bey ihrem Einfalle in Steyer-
mark bey Radkersbu rg. Ein Ba l thasar v. T. starb 1500, er
war Hauptmann und Vicedom zu Fries ach. Die gleiche Würde beklei-
dete 1530 Franz Freyh. v. T.—Christoph Freyh. v. T.starb1465
den24. Nov., war Landeshauptmann in Kärnthen. Wi lhe lm Freyh.
v. T. starb 1591 zu Raab. Jacob Freyh. v. T. war Erzherzog Ma-
ximil ian's Mundschenk, und wohnte der Eroberung von Er langen
bey.Ba l th a sar Freyh. v.T. wurde 1624 in den Grafenstand erhoben.
Verschwägert war dieses Geschlecht mit den v. F i r m i a n , Dax-
berg, Neumann von Wasser leonburg, Rogen bürg, Thö«
ring, Lang von We l lenberg , B i de r s te i n , Buchheim,
Liechtenstein, Egkh, Welzer zu Spiegel fe ld :c. Hans An-
ton Graf v. T. war um 1700 der Lebte seines Geschlechts. Ba l tha-
sar Graf v. T. stiftete das Jesuiten-Collegium in I u d e n b u r g ,
starb 1627.
Thanner, Franz I g n . , Dr. der Philosophie und Theologie,
Capitular des Collegiatftlftes Mat tsee , Professor der Philosophie und
Lyceums-Bibliothekar in S a l z b u r g , ist geboren am 9. Februar
177U zu Neumarkt an der Ro t t in Bayern. Den ersten Unterricht
erhielt er in der Klosterschule des Benedictinerstiftes S t . Vei t obNeu-
markt. Die Anfangsgründe der lateinischen Sprache ertheilten ihm ein-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie