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T h e a t e r z e i t u n g . — Theben .
Lentasio, Filo dramatico und Girolamo. Ersteres ist das ansehnlichste
und größte Gebäude dieser Art in der österr. Monarchie, es wurde 177li
erbaut, hat 240 Logen in 6 Reihen und 300 Sitze auf dem Parterre,
nebst sehr breiten Gangen zum Stehen. Die ausgezeichnetsten Virtuo-
sen Italiens gehören zu seinen Mitgliedern. — In Venedig sind
3 Opern- und 3 Schauspielhäuser, von ersteren ist la Fenice das größle
und schönste, es kann 3,000 Zuschauer fassen. — Unter den übrigen
Theatern des Kaiserstaates zeichnet sich das priv. ständische zu Prag be-
sonders aus, das seit langer Zeit unter umsichtigen Directionen die
tüchtigsten Mitglieder zählt, die jeder der größten Bühnen Deutschlands
Ehre machen würden, und unter welchen mehrere, wie z. B. Bayer ,
Polawsky, dann die Podhorsky , B inder :c. allgemeinen
wohlverdienten Rufes genießen.. Viel hat diese Bühne den thätigen
Bemühungen des verstorbenen ausgezeichneten Directors LieHich zu
danken. Der jetzige umsichtige Director S töger hat auch wieder
eine tüchtige Operngesellschaft gebildet, deren ausgezeichnetste Mit-,
glieder: Ios . Pöck, Fried r. Demmer , Pre is inger , Dlle.
Lutzer:c. auch in Wien vortheilhaft bekannt sind. Dieser Bühne zu-
nächst steht jene in Pesth, die sich, vorzüglich durch den rühmlich be-
kannten vormahligen Director G r i m m zu einer bedeutenden Kunst-
höhe geschwungen hat. Nach den italienischen Theatern ist das zu Pesth
eines der größten und schönsten in der österr. Monarchie; die Bühnen
zu Grätz, L inz, Lemberg, B r u n n , dann das neue schöne
Operntheater zu Trieft sind ebenfalls zweckmäßig eingerichtet, ha-
ben brave Mitglieder und stehen unter umsichtigen Directionen. Das
Theater zu Grätz hat dem jetzigen Director der Prager Bühne, wel-
cher dessen Direction durch mehrere Jahre leitete, eine vortreffliche Gestal-
tung zu verdanken. Die übrigen Theater in den Provinzial-Hauptstäd-
ten, nahmentlich zu Lemberg, B r u n n , Linz, Agram, Her-
manstadt, Laibach, Innsbruck und K lagenfur t befinden sich
auf einer mehr oder minder hohen Stufe der Vollkommenheit, welche
ttach den verschiedenen Directionen, die in manchen dieser Städte ziem-
lich oft wechseln, bedingt ist.
Theaterzeitung, al lgemeine, und Griginalblatt für
Nunst, Literatur, Musik, Mode und geselliges Leben. Diese
Zeitschrift erlebt bereits den 30. Jahrgang! Theater, Musik, Kunst
überhaupt und Künsteley anlangend, hatte die T. an B e r l i n g , Ha-
lirsch, Kanne :c. geschickte Referenten. Das Blatt hat jedenfalls
den Reiz der Reichhaltigkeit und der Schnelligkeit der Nachrichten;
g-mz gemacht für die öffentlichen Orte und das gewöhnliche Publicum.—
Die wirklich ansprechende Verzierung durch Holzschnitte, von denen der
Herausgeber B auerle anpries, daß er durch selbe eine österr. Schule
der Xylographie gründen werde, hat so gut als aufgehört. — S a -
phires, d.) ist zum Vortheil des Blattes mit demselben fortan in Ver-
bindung. S. übrigens: Väuer le , Adolph.
Theben, ungar. Marktflecken im Presiburger Comitat, am Ein-
5«ß der March in die Donau, mit den Ruinen eines alten Schlosses
welche zu den schönsten der österr. Monarchie gehörten, aber 1309 von
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie