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334 A n g e l l o w i e z.
ber oder sonst ein Handwerker, die auf den hiesigen stark besuchten Wo-
chenmärkten ihre Erzeugnisse gut absetzen.
. ÄngeÜowicz, Ant. griechisch-kathol. Metropolit von Galizien,
Erzbischof von Lemberg, Bischof von Kami eniec, k. k. geh^ Rath,
Großkreuz des Leopold-Ordens, war am 4. April 1757 im Dorfe
O t r yn iow , Brztzzaner Kreises, in Oalizien geboren. Sein Vater >
griechisch-kathol. Pfarrer in S t r y n i o w und Landdechant von Strze-
l i s ta , ließ ihn die Gymnasialschulen zu Lemberg besuchen, welche
er auch mit emem vorzüglichen Fortgange beendigte. Hierauf wurde er
vom Lemberger griechisch - tathol. Bischof Szevtycki nach Wien in
das von der Kaiserinn H?arla Theresia für den griechisch-kathol.
Clerus gestiftete Seminarium bey S t . Barbara gesendet, wo er die
Philosophie, Theologie und einige Theile der Rechtswissenschaft mit
einem ausgezeichneten Fortgange studirte. Die Kenntniß der griechischen
Sprache erwarb er sich in dem Grade, daß er seinen Mitzöglingen darin
Unterricht ertheilte. Mit gründlichen und ausgebreiteten Kenntnissen
ausgerüstet, kam er 1761 nach Lemberg zurück, und empfing die
höheren Weihen vom damahligen Bischof, Peter B. ielanski, an
dessen Seite er zu verschiedenen Diöcesangeschaflen verwendet wurde.
Wegen seinen vorzüglichen Eigenschaften wurde er bald zum Domherrn/
und 1783 zum Beysitzer bey der k. k. galiz. geistlichen, Filialcommiffion
ernannt. 1784 übernahm er das Lehramt der Dogmatik an der Lember-
ger Universität, versah dasselbe durch 3 Iahre> und wurde mit der theo-
logischen Doctorwürde bekleidet. I7s7 wurde ihm das Amt eines griech.^
tathöl. Consistorialrathes in Lemberg, und gleich darauf auch des
Rectors des griech.-kathöl. Lemberger General-Seminariums anver-
traut. In diesem wurden zu jener Zeit nicht nur die galizischen, son-
Kern auch die Zöglinge des griech. - kathol. Ritus aus Ungarn, Sieben-
bürgen und Croatien gebildet. Diese geistliche Bildungsanstalt leitete
A. durch 8 Jahre mit aller Sorgfalt und Eifer, worauf ihm Kaiser
Franz am 6. Iuny 1795 vorzüglich aus Rücksicht der sich in der Ausbil-
tung der griech. - käthot. Seminariums-Zöglinge, um den Staat so-
wohl als üm den Clerus erworbenen rühmlichen Verdienste das erle-
digte Bisthum von Przemysl verlieh. Bey Errichtung des Studien-
consesses in Oalizien 1792, wurde er von der theolog. Facultät zum
Beysitzet und Repräsentanten, und l796 von der Universität zum Rec«
tor MaMificus gewählt. Als Bischof von Przemys l leitete )ü die
ihm anvertraute Diöcese durch 13 Jahre. Sein seltener Eifer für das
Beste der Religion und Moralität, sein zartes Pflichtgefühl, seine rast-
lose Thätigkeit, ausnehmende Herzensgüte und sein menschenfreundli-
ches Benehmen werden bey dem Przemysler griech.-katbol. Clerus und
Volke unvergeßlich bleiben. Vor 1809, wo nach dem Wiener Frieden
Westgalizien an das Herzögthum Warschau abgetreten wurde> bestanden
in il)st- und Westgalizien 3 griech.-kathol. Diöcesen, nähmlich die Lem-
berger, Przemysler und die ChelmerDiöcese mit Brzescio, in denen
über 2,5t)0 Seelsorgerstationen und über 2 Millionen Seelen sich be-
fanden. 1304 starb der Bischof von Che lm, Wazynsk i , 1805 der
Bischof von Lemberg, Skorodynsk i . Die Domcapitel des gviech.-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie