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A n g e l l o w i c z. 335
lathol. Ritus waren damahls noch nicht regulirt/ und nach der alten
Observanz lag die Spiritualien-Administration aller dieser Diöcesen dem
Bischof von Przemys l , A., ob. Daß eine so große Last, bey seiner
beyspiellosen Thätigkeit, seine Kräfte erschöpfen und seiner Gesundheit
nachtheilig werden mußte, ist einleuchtend. 1805, während der franzö-
sischen Invasion in österr. Landern, erließ der Bischof A. unterm 25.
October im Geiste des reinsten Patriotismus einen Hirtenbrief an die
Geistlichkeit und das Volk des griech. -kathol. Ritus von Ost-und Wests
galizien. Dieser Hirtenbrief wurde von Kaiser Franz mit Beyfall auf-
genommen, und ihm dieses mit Ministerialschreiben aus Trovpau
den 26. Nov. und 2. Dec. 1805 eröffnet. Seit jeher war der Antrag,
für den griech:-kathol. Ritus in Galizien die ehemahlige Haliczer Me-
tropolie, die mit der.Kijomer vereinigt war, wieder herzustellen. Durch
die thätigste Mitwirkung des Bischofs A. kam endlich diese Angelegen-
heit zu Stande, des Kaisers Entschließung vom 1l. Sept. 1806 ging
dahin, daß wieder eine Metropolie für den griech.-kathol. Ritus in
Galizien errichtet, und zu derselben das griech.-kathol. Bisthum in
Lemberg für immer erhoben werden soll, zugleich aber wurde zu die-
sem Metropoliten der Bischof A. in Rücksicht auf die Verdienste, die
sich derselbe erworben, befördert. Am 6. März 1807 ward er vom
Kaiser zum geh. Rath ernannt. Am 25. Sept. 1808 ward er, nach
erfolgter päpstlicher Bestätigung, auf seinen Metropolitansitz in Lem-
berg feyerlichst eingeführt, und als solcher leitete er noch ferner sämmt-
liche griech.-kathol. Kirchsprengel. 1809, als einer Prüfungs-Epoche
in Galizien, zeigte sich seine Anhänglichkeit und Treue an die Person
des Landesfürsten und die österr. Regierung in dem schönsten Licht, an-
dererseits aber erfuhren sowohl der Metropolit, als andere Personen seines
Clerus von den Insurgenten viele persönliche Unbilden und Widerwär-
tigkeiten. Ein ansehnliches Mobilar-Vermögen des Metropoliten auf
den Tafelgütern ging durch die Insurgenten verloren, und hierdurch
wurden ihm die Mittel entzogen, die von ihm beabsichtigte Meliorirung
der Subsistenz seiner Nachfolger in der Metropolie, dann seines Dom-
capitels zu Stande zu bringen. 1310 wurde A. mit dem Großkreuze des
Leopold-Ordens ausgezeichnet, ihm auch die Vermehrung der Dotation
zugesichert. Nach Einführung auf den Metropolitanstuhl ging sein be-
sonderes Bestreben dahin, die Regulirung des durch widrige Zeitum-
stände eingegangenen Domcapitels in Lemberg zu erlangen. 1813
erfolgte unrerm 25. Febr. die dießfallsige kais. Entschließung, und nach
erfolgter Ernennung der Dignitarien sowohl als der Domcapitularen>
wurde das Domcapitel in der Lemberger Metropolitankirche bey S t ,
Georg von A. am 3. Oct. 1813 feyerlich eingeführt und installirt.
Nach dieser vollbrachten sehnlich gewünschten Function, da sein Gesund-
heitszustand sich taglich verschlimmerte und Entfernung von Geschäften
erheischte, begab er sich auf sein Tafelgut Kry los im Stanislawower
Kreise, wo er bis kurz vor seinem Tode blieb. 1314, als A. sein nahes
Ende fühlte, kam er am 6. Aug. in seine Residenz nach Lemberg,
wo er am 9. Aug. desselben Jahres verschied. Sein Andenken wird bey
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie