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A r t e s i s ch e B r u n n e n. 229
Klinstproducte/ welche besonders genannt zu werden verdienen/ sind.-
Das Portrat des Kaisers Franz I . , des Erzherzogs Car l , des Her<
zogs von Reichstadt/ von Benedet t i gestochen; Kaiser Ferdi«
nand von Ste inmül le r ; die Charte der ö'sterr. Monarchie in 4
Plättern, dem Kaiser Franz I. gewidmet; 2 ausgezeichnete Schulat«
lasse; der ClavierauszugderOper„Fidelio"vonBeethoven; die Opern
„Semiramis" und „Wilhelm Tell" von Rossini. Indem stets ein Mit-
glied der Gesellschaft dieses Hauses in Kunstgeschäften auf Reisen begrif-
fen, wurden ihnen, wegen ihres rechtlichen und einsichtsvollen Beneh-
mens, Kunstaufträge von Seite des k. k. Hofes, des großen Kunstfreun-
des Herzogs Albrecht von Sachsen-Teschen, des höheren-Adels und
sonstiger Kunstliebhaber ertheilt, welche sie immer zur vollkommensten
Zufriedenheit vollzogen, und dadurch die Bibliotheken und Kunstsamm-
lungen mit den seltensten Artikeln bereicherten, wobey sie sich ohne allen
sonstigen Ansprüchen durch dieses Zutrauen allein mit aller Genügsam-
keit des mäßigen Gewinnes hinreichend belohnt fühlten. — In d'ieser
Handlung findet man außer den in ihren Verlagscatalogen angezeigten
Artikeln noch ein vollständiges Waarenlager der besten Kunstproducte aus
allen Ländern von Europa, als: Eine vollständige Sammlung von Ku-
pferstichen der berühmtesten alten und neuen Meister aus allen Schulen,
seit Erftndung der Kupferstecherkunst bis auf die gegenwärtige Zeit; din
Sortiment von schonen und seltenen Charten u»!d geograph. Werken;
die vorzüglichsten Kupferstichwerke, als: Gallerten, Museen, natur-
historische Werke, Reisen, Ansichten, Alterthümer, Costumes, Por-
träts, Zeichnenbücher :c.; eine Auswahl der besten, neuesten aus- und
inländischen Musikalien der berühmtesten und beliebtesten Compositeurs;
wie auch Gemälde und Zeichnungen der berühmtesten Künstler aller Na-
tionen und Zeiten.
* Artesische Brunnen. Der artesische Brunnenbau mit allen
wissenschaftlichen Vorbereitungen ist bereitö theoretisch und thatsächlich
eingeführt. Nebst der trefflichen Aufklarung, die wir Iacqu in und
Partsch verdanken, besitzen wir ein schätzbares Werk von I. Waldauf
v. Waldenstein, über die Anlage der"a. B. (Wien 1331). Hier ist
Alles gesammelt, und für Belehrung wissenschaftlich vorbereitet, was
historisch. Frankreich, England, Deutschland, Asien und China gelei-
stet haben. Überdieß hat Conte Modena (Wien 1324) sine gute po-
puläre Anleitung für Jedermann geschrieben, und an practisch eingeüb-
ten Werkleuten dieses Faches fehlt es auch nicht. Mir diesen Mitteln
ausgestattet, hatte der artesische Brunnenbau für gesundes Trinkwaffer
inner den Linien Wien's 1820 schon 4U Springquellen geöffnet. Sie
bestätigen zugleich die Erfahrung, daß mehrere a. B. auf sehr nahen
Stellen den Wasserzufluß einander nichr absperren. Auch außer W ien ,
besonders zu Döbl ing und Hetze ndorf j haben sich sehr ergiebige
Springquellen aufgethan, und nur zuHietzing am Küniglberg hat
ein mehr durch Unglück gestöxter Versuch fehlgeschlagen. Allein schon die
Stellung dieses Berges hätte die Prognosis großer Schwierigkeit ver-
künden sollen. Ein durch eine tiefe Schlucht vom Hochgebirge isoliner
Unterberg setzt hier und überall ein unterirdische ableitendes Waffer«
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie