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B a d e n f e l d , d ie F r e y h e r r e n . 353
der im Herzoghof befindlichen Süßwasserbäder bestens gesorgt, die auf
Geheiß des Arztes durch Zusätze von Arzneystoffen beliebig modificirt
werden können. Armen Badebedürftigen biethet die k. k. Wohlthatig-
keitsanstalt und das Marienspital, gestiftet von der Gesellschaft adeli-
ger Frauen zur Beförderung des Guten und Nützlichen, unentgeldliche
Verpflegung und arztliche Behandlung. Im sogenannten Armenbade
finden sie eine sehr reichhaltige und wirksame Quelle unentgeldlich zu
ihrer Benützung. Das Schwimmbad im freyherrl. Doblh of'schen Gar-
ten eignet sich im hohen Sommer zu jener Art von Musculaturbewe-
gung, welche unter vernünftiger arztlicher Aufsicht so viel zur Entwick-
lung des jugendlichen Körpers beyträgt.
Badenfeld, die Freyherren. Car l Ant . Czei la (Czeike),
aus einem altadeligen böhmischen Geschlechte, welches späterhin durch
Kriegsunruhen unter dem ursprünglichen Nahmen C z e i k a , jedoch
ohne Prävalirung der Adelsrechte, den vormahligen Wohnsitz in Böh-
men mit Schlesien vertauschte , wurde wegen seiner Verdienste um
die Beförderung der inländischen Industrie und seiner echt-patrioti-
schen Bestrebungen von der Kaiserinn Mar ia Theresia mit dem
Pr'adicat v. Badenfe ld , in den Ritterstand erhoben; er betrieb zu
Troppau die stärkste Tuchfabrikation nebst ausgedehntem Handel in
Schlesien, wodurch er sehr vielen Familien von Spinnern, Webern und
Tuchmachern, aus welchen ein großer Theil der Bevölkerung dieses be-
triebsamen Landes besteht, Nahrung und Erwerb, und dem Tuchhandel
im Innern und nach Außen einen bedeutenden Aufschwung verschaffte.
Nachdem er durch Realitätenankauf einer der ansehnlichern Grundbesitzer
in Mähren und Schlesien geworden war, starb er zu Troppau 1809
mit Hinterlassung von 4 Söhnen als einer der geachtetsten und nütz-
lichsten Staatsbürger. -— Sein ältester Sohn Car l Ios. Ritter
v. B^ vermehrte den ihm nach seinem Vater in der schönen und ein-
träglichen Herrschaft Fulnek in Mähren zugefallenen Grundbesitz
noch durch den Ankauf bedeutender Güter in Galizien, Schlesien und
Croatien, auf welchen vereinten Besitzungen sein eifrigstes Streben für
die Einführung und Vervollkommnung einer rationellen Landwirthschaft
gerichtet war. Insbesondere wirkte er wohlthätig und gemeinnützig für
die Emporbringung der veredelten Schafzucht, und brachte es in kurzer
Zeit dahin, daß seine Schafheerden in Mahren, Galizien und Croa-
tien unter die ersten des Landes gehörten, und er vorzüglich als einer
der ersten Begründer und Beförderer dieses wichtigen Culturzweiges in
Galizien unbestritten dasteht. Die allgemein anerkannten Verdienste
desselben um die vaterländische Landescultur, die von ihm diesem Zwe-
cke gebrachten bedeutenden Geldopfer, so wie seine patriotischen Gaben
in den Kriegsjahren und seine thätige Verwendung als schles. Deputir-
ter bey der vormahligen vereinigten Einlösungs- und Tilgungsdeputa-
tion belohnend, hat Kaiser Franz I. denselben mit seinen Nachkom-
men in den Freyherrnstand erhoben. Von seinen 3 Söhnen haben sich die
beyden jüngern dem Staatsdiensse, der älteste aber hat sich ausschlie-
ßend der Landwirthschaft zur einstigen Leitung der Familiengüter ge-
widmet. — Der jüngste Sohn, Eduard Freyh. v. B. (der Pseudo-
Oesterr. Nat. Encykl.Vd.VI. 23
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie