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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
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360 Bauer, Franz Andr. — Nauernfeld. tung, eS sey die Zurückkunft des B.'schen Herbariums nach England, zum Nachtheile seiner Erben, durch ein eigenes Gesetz verhindert wor- den. Bauer, Franz Andr. , Bruder des Vorigen, wurde den 14. März 1758 zu Feldsberg in Niedevästerreich geboren. Sein ausge- zeichnetesTalent wurde bald bekannt und geschätzt; erbegab sich nach Wien, wo er. die Akademie der bildenden Künste besuchte, in das Haus der Fürstinn v. Dietrichstein, die ihm eine Anstellung als Blumenma- ler und einen damit verbundenen ansehnlichen Gehalt zuwies. B. machte hierauf mit der Fürstinn eine Reise nach England, und erhielt daselbst den Posten eines kö'nigl. Hofmalers. In dieser Eigenschaft verfertigte er die herrlichen Abbildungen der seltenen Gewächse im Garten zu Kiew, welche W. I. Ai ton unter dem Tirel: Velin eations of exotic piantz cultivateä at I^iew, 1795 zu London herausgab. Die Bekanntschaft mit dem berühmten Physiologen und Anatomen Sir Everard Home erregte in ihm die Neigung, sich auf das Gebieth anatomischer und physiologischer Zeichnungen zu werfen, in dem er bald die höchste Mei- sterschaft erlangte. Eine unglaubliche Anzahl der prachtvollsten Zeichnun- gen, welche EverardHome's Abhandlungen zieren, und meist in dem I>kilc)50pnica11>an5action5 enthalten sind, beurkunden die Trefflich- keit seiner Leistungen in diesem schwierigen Gebiethe. B. weihet noch im- mer seine Thätigkeit diesem Zweige der Kunst und lebt, einen ausge- zeichneten Ruf genießend, fortwährend in London. Bauer, Ios. Ant. , der älteste Bruder des Vorigen, ist am 5. März 1756 ebenfalls zu Felds berg geboren. Nachdem er in Wien die Akademie der bildenden Künste besucht hatte, unternahm er zu seiner ferneren Ausbildung eine Reise nach Rom, wo er durch mehrere Jahre verweilte. Er versuchte jeden Zweig seiner Kunst sowohl theoretisch als practisch zu studiren, und verlegte sich zuletzt auf das Fach derHistorienmale- rey. Hierauf kehrte er nach Wien zurück, und erhielt daselbst die Stelle eines Inspectors der fürstl. Liechten ste in'schen Gemälde-Gal- lerie, die er bis zu seinem Tode bekleidete. Er war vorzüglicher als Ma- ler und Zeichner, wie als Kupferstecher. Er hat zwar nur wenige, aber gute Bilder gemalt. Nach seinem Tode fanden sich mehrere gescha- bene kleine Platten nach Rubens und eigene Zeichnungen, welche eben so zart als geistreich behandelt sind. * Bauernfeld, Eduard v. Sein neues Lustspiel: Bürgerlich und Romantisch, in4Auzügen, wurde im k. k. Hofburgtheater mit Beyfall aufgeführt, und weiterhin dessen Aufführung oft wiederholt. Das neueste Product B.'s: Der literarische Salon, Lustspiel in 2 Auf- zügen, wurde dagegen den 24. März 1336 im k. k. Hofburgtheater zum Vortheile der Regie dieses Theaters gegeben und nicht mehr wie- derholt. Schon seit längerer Zeit hatte man sich mit schwankenden Ge- rüchten getragen, B. beabsichtige durch dieses Stück eine Rüge des immer mehr um sich greifenden literarischen Unwesens in Journalen und andern Schriften; hauptsächlich sollte es aber das verkehrte und ver- werfliche Streben des sogenannten jungen literarischen Deutschlands gei- ßeln ; deßhalb war man äußerst gespannt auf den Erfolg, und das
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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