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Fächern) von Hans Wohlgemuth (Dürer's Lehrmeister) zu er-
wähnen; ferner befinden sich hier schätzenswerthe. Stücke von Lucas
Cranach, Amperger, Qu in t i n Messis, Lucas von Leyden,
von Mar t i n Schongauer, genannt Schön (eineKreuzigung), von
Burgkmayr (von Letzterem ebenfalls ein Altar mlt mehreren Fächern),
Score l l , Gassel, Franz F lor is , den beyden Franck, vor-
treffliche Stücke von Zoh. Breughel, gen. Bauernbreughel :c.
Von der sogenannten Übergangsperiode, in welcher schon eine gewisse ma-
nirirts Darstellung bemerkbar wird, sind viele, mitunter durch tüchtige
Practik höchst scha'tzens werthe Gemälde von I o h. v. Ach, Ba r tho l .
Spranger , Heinz, in neuerer Zeit von Meytens , W u t k y ,
Seybold, D ie t r i cy , Lens, Dan. Gran :c. vorhanden, auch
ausgezeichnete Stücke der sogenannten Prager Schule von Kuvetzky,
Brandet u.A. Als merkwürdige Curiosa sind hier auch einige Ge-
mälde auf Goldgrund, aus dem 13. Jahrhundert von den Böhmen
Thomas von Mu t ina und Theodorich von Prag aufgestellt. Noch
ist nachträglich zu berichtigen, daß in neuerer Zeit das Copiren in der
k. k. Gemaldegallerie nur auf besondere Erlaubniß gestattet wird.
Binder v.Rriegelstein, Friedr. Freyh. Dieser treffliche
Staatsmann war 1703 zu Wetzlar geboren, und studirte zu Gie-
ßen. Erging darauf nach Wien , um den Reichshofraths-Proceß zu
lernen. Dieß gab Gelegenheit, daß er in kaiserl. Dienste trat, und
zuerst Legationssecretar bey der Gesandtschaft des Grafen P le t ten-
berg zu Rom ward. Er begleitete nachher den Fürsten Kau nitz in
derselben Eigenschaft auf allen wichtigen Gesandtschaften. Dieser große
Staatvmann, welcher sich so sehr auf den Werth der Menschen verstand,
hatte ein unumschränktes Zutrauen zu B. , der nachher-beständig unter
ihm gearbeitet. Er ward 1753 Hofrath und Referent bey der geh.
Staatskanzley, 1769 Staatsrath und 1772 geh. Rath. Er starb 1732.
Osterreich verlor an ihm einen seiner getreuesten und geschicktesten
Staatsdiener. Er besaß gründliche Kennmisse im Staatsrechte und der
Politik, große Wahrheitliebe und eine aufgeklarte Denkungsart. Wie
ernsthaft er mitten unter, den Staat^geschä'ften fortgefahren habe, über
wichtige Wahrheiten nachzudenken, zeigen seine, nach seinem Tode her-
ausgekömmenen philosophischen Schriften, 2 Bde., Wien 1783. Er
liebte und beförderte die Wissenschaften überhaupt, wovon unter andern
die von ihm veranlaßte neue Ausgabe von Men i nski's l^oxicon 2i-abi-
co-peräico-tui-cickim zeugt. (Vergl. Ienisch.)
B inz , Ioh . Georg, Buchhand er und Buchdrucker in Wien,
wurde zu Günd l ingen im Breisgau den 21. April 1748 geboren.
Nach Vollendung der philosophischen Studien zu Frey bürg, sollte er
eine Professur der griechischen Sprache zu Con stanz übernehmen,
ging jedoch von dort 1771 nach Wien , und widmete sich mit ausge-
zeichnetem Eifer dem Studium der Medicin. Seine Bekanntschaft in
allen Zweigen der Literatur, seine Sprachenkcnntniß, vereint mit einem
höchst glücklichen Gedachtnisse und einem ungemcincn Trieb zur Thätig-
keit bewogen ihn, sich dem Antiquar-Buchhandel zu widmen, wozu
er 1779 das Befugniß, später 1207 eine Buchhandlungs-Gerechtigkeit
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie