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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 372 -
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373 B i r k e n . > erhielt. Zur Zeit als Kaiser Joseph die Aufhebung der Klöster befahl, wurde B. von mehreren hohen Gönnern mit den nöthigen Geldmitteln unterstützt, um sich einen sehr bedeutenden kostbaren und seltenen Bü- cherschatz aus jenen Kloster-Bibliotheken anzueignen, welcher ibm in der Folge bey ausgezeichneter Bücherkenntniß und industriösem Hand- lungsgeiste höchst nutzbringend wurde. 13l3 hielt B. eine Auction, in welcher, wie der Catalog ausweist, allein über 5,000 der seltensten und kostbarsten Werke ausgebothen wurden. Manche, die ihn nicht näher gekannt, beschuldigten ihn der Kargheit, wozu wohl sein in hö- herm Alter vernachläßigter und stets mit Bücherstaub bedeckter Anzug viel beygetragen haben mag; doch jene, die ihn besser kannten, wuß- ten , daß er dieses im weitesten Sinne des Wortes nicht war, wußten, daß er im Stillen manche Thräne getrocknet, und zu gemeinnützigen Zwecken mit wahrhafter Großmuth bereitwillig beygetragen hat, doch stets ungenannt seyn wollte. Er starb den 15. März 1824 im Rufe der Redlichkeit und deutschen Biedersinnes, allgemein anerkannt als einer der ersten Bücherkenner Wien's. (Vergl. auch die Artikel: Buchhan- d e l und Schrat t.) Birken, Siegm. v., (Bertul ius), ward am 25. April 1626 zu Wildenstein, einem böhm. Marktstecken in der Nähe von Eger, wo sein Vater protestantischer Prediger war, geboren. Die Religions- unruhen jener Zeit zwangen den Letztern, mit seiner Familie nach Nürnberg zu flüchten, wo der Sohn die nöthige Vorbereitung er- hielt, um 1643 die Universität Jena beziehen zu können. Er studirte daselbst Jurisprudenz, Philosophie und Rhetorik, sah sich jedoch genö- thigt, nach zweyjährigem Aufenthalte, da es ihm an Subsistenzmitteln fehlte, zu den^Seinigen zurückzukehren. Harsdörfer und Clajus, mit denen er durch seine Vorliebe für die Poesie bekannt wurde, nah- men sich seiner an, und machten ihn 1645 zum Mitgliede des Ordens der Peqnitzschäfer oder der Blumengesellschaft zu N ü r n b e r g , deren Stifter sie bekanntlich waren, unter dem Nahmen Floriden. 1646 begab er sich als zweyter Erzieher der Prinzen Anton Ulrich und F e r d i n a n d A lb rech t von Braunschweig nach Wolfen- büt te l , der dortige Aufenthalt sagte ihm jedoch nicht sonderlich zu, und er kehrte nach Nürnberg zurück. Er beschäftigte sich nun mit der Bildung junger Edelleute., zeigte sich bey verschiedenen öffentlichen Ge- legenheiten vortbeilhaft als Dichter und Redner, und ward vom Kaiser Ferdinand I I I . zum Pfalzgrafen ernannt, später sogar geadelt. 1653 wurde er Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, 1662 Prä- sident des Blumenordens, 1679 Mitglied der ^cc^einia ^ei kicove- i-ati in Venedig. Er starb am 12. Iuny 1681 zu Nürnberg. Von ibm erschienen: Deutscher Olivenberg, Nürnb. 1650. — Christ- licher Weihrauch, eb. 1652. — Paffionsandachten, eb. 1653.—Vom Fato oder Gottesgeschick, 12 Lieder und Sinnbilder, eb. 1655. —Die deutsche Schaubühne, eb. 1655. — Ostlcindischer Lorbeerhain, eb. 1657. — Die trunkene Trunkenheit, eb. 1658. — Die sichtbare Welt Comenii, verdeutscht, eb. 1653. — Sonn- und Festtagsandachten, eb. 166l. —Der Donaustrand, eb. 1664. — Mausoleum der ungari-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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