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de churtriersche Gesandtschaft zu besorgen. Der Neichskrieg brach aus,
es würde eine Reichskriegskanzley errichtet. Und B. 1793 zum Direc«
tor derselben ernannt. In dieser so angestrengten, als delicaten Be-
stimmung arbeitete er zur vollsten Zufriedenheit aller Commandirendelf,'
des Prinzen von Coburg , des Feldmarschalls Grafen Clerfayt,
de) Herzogs A lb recht und des Erzherzogs Car l . 1797 wurde B. in
den Reichsritterstand mit Nachlaß der Taxen erhoben, und zum Direc-
tor der kaiserl. Plenipotenz-Kanzley bey dem Friedens-Congrefse zu-
Rastadt ernannt, dem er auch bis zu seiner unerwarteten Auflösung'
beywohnte. Er nahm sofort den Ruf in erzbischoflich-salzburgische Dien-
ste an, wozu ihn der Reichs-Vicekanzler Fürst C o llo red o dem Fürst.
ErzbischofHieronhmus in Vorschlag gebrächt hatte, und ward in
den Neichsfreyherrnstand erhoben. Im in salzbur-
gische Dienste, er wurde geh. Rath, Lebenpropst, Münz- und Pdst«
director, und Pfleger zu Mühlddrf . ' Sein Eintritt war die Losung
eines neuen Geschäftsgeistes. Das Cabinet ward neu organifirt, und
rege Thätigkeit in alle Stellen gebracht. Die französische Armee nahte
sich den bisher verschonten Gauen von Salzburg. Dadurch fand sich
der Fürst-Erzbischof zur Entfernung veranlaßt, und setzte an feiner
Stelle eine Statthalterschaft nieder, von dek B.'ein vorzügliches Mit-
glied wurde. Der Erzherzog - Großherzog von Toscana übernahm in
Folge des Regensburger Deputationsschlusses die Regierung vdn Salz.
bürg. Eine geh. Conferenz wurde niedergesetzt, und B. zum Chef der-
selben ernannt. Jetzt war er vollkommen in seinem Wirkungskreise;
seine feurige Idee neuer Verbefferunhen wirkte durchgreifend in allen
Theilen; doch nie sprachen B. sein Geist und sein Herz sich lebhafter
aus, als bey der Organisation der Behörden. Ferdinand's Gute er-
leichterte die Ausführung dieser Plane, sie realisirte zugleich die Vor«
schlage eines verbesserten Loses der Staatsdiener. So war die Organi-
sation noch im Laufe des Jahres 1303 vollendet, und wenn einzelne
Ausnahmen die getroffenen Wahlen auch nicht ganz rechtfertigten, so
blieben die Verdienste B.'s darum nicht minder geltend. Nach voll-
endeter Organisation von Salzburg, Paffau, Berchtoldsgaden und
Eichstadt gab er einen Theil der Geschäfte an den Minister, Marchese
Manf red in i ab, und behielt von allen 4 Provinzen in seiner selbst«
ständigen Behandlung, die innern Regiminal-Gegenstände, die Leitung
der Justiz und Finanzen, die landschaftlichen und geistlichen milden
Stiftungs-Angelegenheiten, worüber er dem Landesfürsten täglich per-
sönlichen Vortrag erstattete. Nachdem Salzburg an Österreich gekommen,
ward B. 1307 zum Landrechts-Präsidenten ernannt. Leider konnte er
sich dieser Auszeichnung nccht lange erfreuen; der Tod überraschte ihn
am 2!. Sept. 1807. Seine auserlesene, zahlreiche Bibliothek stand
Jedermann offen; jede gemeinnützige Unternehmung durfte seines Bey-
standes im Voraus versichert seyn.
* Bley. In Steyermark bestehen silberhaltige Bleybergwerke, ob«
schon im sinkenden Betriebe gegen frühere Zeiten. Man berechnet die
jährliche Ausbeute an B. auf 12,000 Ctr. und an Bleyglätte auf
2,000 Ctr.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie