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Vosr. - Vörst, k. k. öffentliche, in Wien. 377
thisten, Carneolen und Chalcedonen, die mehr in den nördlicher, dann
Topasen, Smaragden, Hyacinthen, Sapphiren und Iaspisen, die
mehr in den mittleren Gegenden des Landes, vorkommen, ist der Pyrop
der wichtigste. In einer ungefähr 2, Stunden langen und einer Stunde
breiten Strecke des Leitmeritzer Kreises, am südlichen AbHange des Mit-
telgebirges, am meisten auf den Herrschaften Trziblitz und D l asch-
kowitz, führt die junge Flözformation diesen unter dem Nahmen des
böhmischen Granats bekannten und geschätzten Edelstein. Dis rein-
sten, feurigsten und glänzendsten werden zu Podfeditz gefunden. Ein
Theil hiervon wird von kleineren Werkstätten im Bunzlauer Kreise, und
von den 12 Steinschneider- und Granatenbohrermeistern in Pxag ver-
arbeitet, der größte Theil jedoch in dev grast. Schön born'schen Fabrik
zu Podseditz, wo an 30 Personen mit dem Bohren, Schleifen, Fa-
cettiren, Brillantiren und Rosettiren der Granate beschäftigt sind. Letz-
tere werden in Schnüren k 250^-5l)0>.-i-1,M0, oder auch M Rosetten
zum Fassen in Schmucksachen dutzendweise und einzeln in den Handel ge-
bracht, um dessen Ausbreitung sich das Prager Handelshaus Äg-yd
Kriner und Söhne wesentliche Verdienste erwarb.
* Bosr , Lucas I o h . , starb den 19; Jan. 1835 in W>en. ,
* Börse, k. k. öffentliche, in Wien. Die Leitung der Bör-
segeschäfte selbst ist der k. k. allg. Hofkammer vorbehalten, welche auch
nur allein die Verrichtungen eines Börsevorstehers nach erheischenden
Vortheilen des Staatscredites und des mit demselben verbunhenen allg.
Prioatcredits zu regeln, folglich auch die Eigenschaften des Börsecom-
missärs, die mit Kenntnissen von Finanzgrundjatzen verbunden seyn
müssen, zu beurtheilen vermag. Wenn also die Börse-Commiffärsstelle
erledigt wird, so erfolgt derselben Besetzung von der k. k. allg. Hofkam-
mer. Die B. ist täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Feyertage, des
Faschingdienstags und Gründonnerstags, und zwar in Folge der neuen
Verordnung vom 2. Iuny 1335 von 11—1 Uhr Mittags geöffnet. Der
Eintritt der B. wird ohne Unterschied des Standes allen denjenigen,
die daselbst Geschäfte haben können, gestattet; jedoch ist von solchem das
weibliche Geschlecht ausgeschlossen. Deßgleichen ist den Banqueroutiers,
so lange sie sich nicht mit ihren Gläubigern verglichen, und wieder eine
Handlung angefangen haben, nicht minder den erklärten Verschwendern
und Minderjährigen der Eintritt auf die B. zu verbiethen; fremden
Handelsleuten aber auf keinem FaNe gestattet, auf der B. unmittelbar
durch die Börsesensalen Geld- und Wechselgeschafte. zu verhandeln unh
abzuschließen, sondern sie haben sich immer eines hiesigen Großhändlers
oder Kaufmanns zu bedienen. Auf der B. sollen alle Geldgeschäfts
ohne Unterschied, wo es auf Verkauf oder Verwechslung öffentlicher
Papiere oder förmlicherWechselbriefe ankommt, geschlossen werden. Es
wird aber unter diesen bloß allein auf der B. abzuschließenden Geschäf-
ten von Credit- und Wechselpapieren nichts anders verstanden, als Ge-
schäfte, wo der.ey Papiere um Geld- oder Geldeswerth verhandelt wer-
den, daher nicht jene, wo Jemand, er möge hier anwesend oder
entfernt seyn, dem Gläubiger seine aus was immer für einen Rechtsgrund
entspringende Schuld abführt, oder verkaufte Realitäten mit Papieren
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie