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380 Brandversicherungs Anstalten.
turmaler eigene Pünktlichkeit, ein genaues Halten an den Charakter
seines Vorbildes, und die nette und reinliche Behandlung kamen ihm
dabey glücklich zu Statten, und er hat dieses auch in mehreren frühern
Lithographien auf eine lobenswerthe Weise dargethan. Vor allen ist
sein großes Blatt) die Madonna di S.Sisto, nach Müller's be-
rühmtem Kupferstiche zu erwähnen, worin der Künstler in Treue und
Wahrheit mit dem Originale übereinzustimmen strebte. Ändere vorzügliche
Blätter von ihm sind nych: Christus am Kreuze, nach Le Brun,
wobey ihm Ed eli n k's bekannter Kupferstich zum Vorbilde diente; St.
Antonius, nachL.Cigoli; ein weibliches Bildniß, nach B. van
der Helst, ein ausgezeichnetes Blatt; die Bretspieler, nach Berck-
heyden :c.
^ Brandversicherungs-Anstalten. Die wechselseitigen B. -A.
mit Statuten sind solche, in welchen sich die Mitglieder gegenseitig die
Brandunglücks - Entschädigung.dergestalt garantiren , daß alle Mit-
glieder für eines, und eines jwie alle andern für alle sich gegenseitig
verbinden, für den erlittenen Feuerschaden an ihrem bestimmten, den
wahren Werth nicht übersteigenden Capitalswerth nach Maßgabe der
Beschädigungen sich nicht nur Ersatz zu leisten, sondern auch durch mehr
als früher feuersichere, Bauten an die Stellen der abgebrannten Gebäude
für die Zukunft die FeuersgefaM zu vermeiden^ Die älteste dieser An-
staltenist.jene von Salzburg und demInnkreise von Oberösterreich,
welche bey der Übernahme vM Bayern unter der Vsterr. Regierung bey-
behalten wurde, und sich seit 1822 auch auf die übrigen Kreise von
Oberösterreich ausdehnte, und mit dem Schlüsse von 1335 einen versi-
cherten Häuserwerth von 33/729,376 Gulden Conv. Münze nachwies.
Selhe hat in der Zeit ihrer Vereinigung bis zum Schlüsse dieses genann-
ten Jahres um 1,383,79? Gulden 11Z Kreuzer Brandunglück entschä-
digt. Sie hat das Eigenthümliche, daß das k. k. Salzburger Kreisamt
als leitende Centralbehörde durch die übrigen 4 Kreisämter des Inn-,
Hausruck-> Mühl- und Traunkreises, die Gebahrung besorgt. Inner-
und Niederösterreich stand bis Ende 1835 auf einem assecurirten Häu^
serclassenwerth von 61,865,243 Gulden C. M., und entschädigte seit
dieser Zeit um 2,072,152 Gulden L. M. die Brandschäden. Die in-
nerösterr. Anstalt trat mit 1. Iuny 1829 ins^ Leben, zählte mit Schluß
1335 einen Häuserclasseywerth von 34,099,725 Gulden C. M., und
entschädigte bisher um.MMZ Gulden C. M. Feuerschäden. Die mäh-
rische begann 1330, zäWe,mit Schlüsse 1835 einen Häuserclassenwerth
von 24,341,761 Guldens. M., und entschädigte bisher um 512,901
Gulden C. M. Brandschäden Die für das Königreich Böhmen assecu-
rirte 1333 um beynahe 60,000,000 Gulden C. M. Häuserwerth,
und.entscl>ädigte in diesem Jahre allein um 157,000 Gulden C. M.
Feuerschäden. Die von Niederösterreich wurde vorzüglich durch die An-
regung des k. k. Majors Högelmüller unter Mitwirkung der k. k.
Regierungsrathes und Professors Kudler, jene von Innerösterreich
durch den Erzherzog Johann unter besonderer Mitwirkung der k. k.
Landwirthschafts - Gesellschaft in Steyermark gegründet. Sämmtliche
oben angeführte Anstalten sind fortwährend im Aufblühen und verstärkter
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie