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Lehrkanzel des Natur-, Völker- und ungar. Staatsrechts. Durch 20
Jahre blieb er auf dieser Lehrkanzel, bis er 1807 an die Universität zu
Pesth als ordentlicher öffentlicher Kirchenrechtslehrer befördert wurde.
1826 trat er in den Ruhestand. Seine Schriften sind: ^ '
iuris naturae, Preßburg 1795; 2. Aufl. Pesth 1324. —
juris politici, Preßb. i796; 2. Aufl. Pesth 1824. —Vinäiciae
lN2tl8 P^lil030p^ici l^ a s>liAlN6 civit3ti3 , eb. 1801. — <su5
mum, 4 Bde. eb. 1806—7. —
2 Bde. Pesth 1317—18^ —
1821. Er übersetzte die Neuwieder Zeitung ins Lateinische als Beylage
der Preßburger lateinischen Zeitung (1804—7).
Brocchi, Giovanni Batt ista, berühmter Reisender, war
1772 zuBassano geboren, studirte daselbst und in Padua die Natur-
wissenschaften und die Rechte, und erhielt 1801 die Lehrkanzel der Na-
turgeschichte zu Bres cia. Hier legte er durch mehrere kleine Abhand-
lungen über die Mineralien und Pflanzen der benachbarten Gegenden
seine großen Kenntnisse der Naturkunde an den Tag, die ihm 1809
eine Anstellung im Bergdepartement des damahligen Königreichs Ita-
lien verschafften. l8!0 untersuchte er gemeinschaftlich mit dem Professor
Malacarne die bis dahin noch nicht hinreichend gewürdigten Mincral-
schätze in den Thalern der obern Etsch, machte darüber gehaltreiche Be-
richte bekannt, und wurde 13l1 Mitglied des italienischen Instituts.
18l2 unternahm er eine qeognostische Reise nach Rom, Neapel und
Pa stu m, um die fossile Conchylivlogie der Alpenthäler und der zum Be-
cken des Mittelmeeres gerechneten Länder kennen zu lernen. Nach Auf-
lösung des Königreichs Italien zog sich B. in den Privatstand ;urück,
und wendete nun seine ganze Muße den Wissenschaften zu. Nach meh-
reren Reisen durch Ital ien, Sicilien :c. erwachte in B. auch der
Wunsch, die Kraft der schaffenden Natur in Tropenländern kennen zu
lernen. Er begab sich daher 1322 nach Ägypten, besuchte Ca i ro , wo
er von Mehem et Pascha den Antrag erhielt, und annahm, die Auf-
sicht über dessen Bergwerke zu übernehmen. Er leitete nun den Bau
der Metall- und Smaragdgruben bey Sayd in Oberägypten und in
den Bergen, der Thebaide. 1823 erfolgte seine Sendung nach dem Li-
banon, um Feuerungsmateriale zum Behufe des Baues der Metall-
minen aufzufinden. Zurückgekehrt, erhielt er 1825 einen neuen Auf-
trag, die dem Vicekönig unterworfenen Theile von Nubien und Abyssi-
nien naturwissenschaftlich zu untersuchen, und reiste auch im May dess.
Jahres dahin ab, nahm zue-st seinen Aufenthalt zu Sennaar , dann zu
Cha rtu m, stets eifrig mit der Erfüllung seines Aufentbaltes beschäftigt/
das Clima äußerte jedoch schon vom Anfange einen höchst nachtheiligell.
Einfluß auf seine Gesundheit, und er starb am letzten Orte den 23. Sept.
1326. Gedruckt waren von ihm, außer mehreren kleinen Abhandlungen,
erschienen: ^IVattZto di (Üonslli
Mai'and 1314, eitt'liassisches Werk, das seinen Ruhm für immer sichert.
per servire alla ßen^noäiH ciltalia, eb.^ 1817. —
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie