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38l Buchbcrg. — Bürger-Mil i tär.
c^'Ilo 8t2t0 lisico c^i 5uo1o 6i I^oma 7 Rom 1820. Auch
nahm er an der Viblioteca italiana Theil, die er mit sehr interessanten
Beyträgen bereicherte, und hinterließ einen reichen Schatz von Hand-
schriften. Seine höchst wichtigen naturhistorischen Sammlungen sollen
leider durch einen Schiffbruch zu Grunde gegangen seyn.
Buchberg, sehr kleiner, nur aus einer um die Kirche stehenden
Häusergrupppe bestehender niederö'sterr. Marktflecken imV. U. W. W.,
in dem sehr reizenden Buchbergerthale, zwischen dem Him- und Buch-
berge und von der Sierning durckflossen. Neben der Kirche sieht
man auf einem kleinen Hügel am Bache die Überbleibsel eines alten
.Schlosses, der Sage nach von den Temvlern erbaut. Das Buchber-
gerthal ist so schön, daß es mit Recht Österreichs (Niederösterreichs)
Chamouni genannt werden kann. Außer den unzähligen romanti-
schen Partdien, die man aM schönsten von dem mit einem Pavillon
versehenen Romerkoael, ein Hügel mitten im Markte, welcher sich
dem obenangeführten, auf dem das alte Schloß steht, gegenüber be-
findet, übersieht, ist noch bemerkenswerth: eine Stande vom Markte
die Allelujahohle am Himberge, und eben so weit gegen den Schnee-
berg zu, der Maumau- oder Sebastiansfall (Sierningfall), nach dem
Lasingfall der schönste in Niederösterreich. Noch näher an der Wand
des Schneeberges liegen die Trümmer der Veste Losen heim. — Die
Einwohner von B. verkaufen Holzwaaren und Kohlen in die Ebene, und
da der Schneeberg jährlich von mehreren hundert Personen besucht
wird, und die Besteigung gewöhnlich von hier/ aus geschieht, so ver-
schaffen sie sich einen mcht ganz unbedeutenden Erwerb durch Führer-und
Trägerlohn.
Buchbinderarbeiten. Seit 1800 hat sich der Zustand derBuch-
binderey wohl sehr gehoben; sie ist aber dessen ungeachtet im Vergleiche
mit Frankreich und England, ja selbst mit dem übrigen Deutschland
noch etwas zurück, nicht in Hinsicht des Geschmacks, wo sie oft siegreich
wetteifert, sondern der Solidität. Hierbey liegt die Schuld nur zum
Theil an den Buchbindern, weil es in vielen Beziehungen an entspre-
chendem Material fehlt. Daß die geschmackvollsten und artigsten B. in
Wien verfertigt werden, schließt nicht aüs, daß es in den Provinzial-
hauptstädten nicht auch tüchtige Buchbinder gäbe, z. B. in Grätz, be-
sonders in P rag , in welch letzterer Stadt überraschend schöne und
solide Arbeit geliefert wird. Unter den Wiener Buchbindern zeichnen sich
aus: Buchholz, Drechsler, Hansl ich, M i lde , Pfautsch,
S taud ig l . Daß man die Etiquetten (Schrift auf dem Rücken,
oder sogenannte Schilde!) den Buchbindern schriftlich, ja förmlich vor-
gezeichnet geben müsse, um nicht oft den grellsten Unsinn aufgedruckt
zu erhalten, mag sich leider von selbst verstehen.
' * Bürger-Mi l i tär . Das Bürger-Corps von Gräh inSteyer-
mark leistete während den feindlichen Einfällen der Franzosen 1797,
1205 und 1809 zur Aufrechthaltung der Sicherheit und des Eigenthums,
zu Rettung ärar. Oüter wesentliche Dienste. Der Bürgercorps-Oberst
Caspar Döble r erhielt als Anerkennung vieler Verdienste die große
goldene Ehrenmedaille. Gegenwärtig besteht selbes aus einem schön ad«
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie