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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 385 -
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Burg, Adam. — Bydziovinus. 385 justirten Infanterie «Bataillon und eine gleichfalls ausgezeichnete Ca- vallerie-Escadron unter dem Oberst Kienreich und Major Hütten- brenner, wovon der Erstere Buchhändler und der Letztere Magistrats« rath ist. —InKlagenfur t besteht schon seit langer Zeit kein Bür- qer-Corps mehr; dafür haben die Kreisstadt Villach und der Markt Feldtirchen gut adjustirte Bürger-Compagnien. — In Murau besteht gleichfalls eine Abtheilung eines Bürger-Corps. — Die Kreis- stadt S t e y e r har auch eine gut adjustine Bürger-Division unter dem Commando eines Majors, und ein Artillerie-Corps mit 11 Ka- nonen unter dem Commando eines Hauptmanns. * Burg, Adam. l336 erschienen von ihm zu Wien: Compen- dium der hohern Mathematik, mit 4 Kupfert. (Auch dieses V3erk ist wieder mit neuen und einfachen Entwicklungen bereichert.) — Leichtfaß« liche Anleitung zur Rechnung mit Decimalbrüchen. Burg , Ant., (Vater und Sohn), s. Landwirthschafts- Maschinen (im Hauptwerk). Burkersdorf(purkerßdorf)/ niederofferr. Dorf von 750 Ein- wohnern im V. U. W. N. , an der Einmündung des Gablitzbaches in die Wien, ist die erste Poststation an der Hauptstraße von Wien nach Linz, und hat ein k, t^chloß, ein schönes.PostHaus und ein land- gräflich Fürstenb er g'sches Palais mit einem großen und schö- nen Gatten. Die durchführende Straße macht den Ort lebhaft und ge- werbsam. Bydziovinus von Florentinö, Marcus, wurde zu Neu- Bidschow (Bydziow) in Böhmen um 1540 geboren, wo sein Va« ter Wen ceslaus Moravus Bürgernieister und Rath war. B. ward 1559 zum Baccalaureus der freyen Künste creirt, und fuhr hierauf fort seine bereits gesammelten Kenntnisse immer mehr zu erwei- tern ; besonders verlegte er sich auf die mathematischen Wissenschaften un:er Paul Christian v. Koldina, einem der berühmtesten Ge- lehrten der Prager Univerfftät. Wie sehr sich B. schon damahls durch seine Talente vor Andern auszeichnete, erhellet auch daraus, daß ihn der Kaiser Maximil ian I I . in den Adelstand erhob. Nachdem er die Magisterwürde erlangt hatte, wurde ihm auch jene eines Kanzlers und Rectors der Prager Universität ertheilt; auch erhielt er die Erlaubniß aus den philosophischen Wissenschaften Vorlesungen zu halten, wodurch er unter die Professoren der Universität aufgenommen wurde. Er lehrte seit dieser Zeit mit ungemeinem Beyfall und zu großem Nutzen der stu- dnenden Jugend bis 160Z, während welcher Zeit er die vornehmsten Ehrenstellen bey der Umoersita't bekleidete, und auch achtmahl Rector Magnificus war. Allein ein Schritt, den er damahls gethan, wurde ihm sehr hoch angerechnet. Er vermählte sich nähmlich 1604 mit der Ca- tharina Slivenskiana, und übertrat dadurch das Gesetz, nach welchem die Mitglieder der Universität unverheyrathet bleiben sollten. Die Magister und Professoren waren darüber so aufgebracht, daß sie ihn in einer allgemeinen Versammlung von der HecanSstelle der philosophi- schen Facultät absetzten. B. lebre hierauf als Bürger und Rath der Neustadt Prag bis 1612, in welchem Jahre er am !5. Sept. starb. Vd. VI. 25
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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