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388 C a r <o l i d e s.
Nach deren Verbesserung, welche er dem Dr. Nyba (laut der in dessen
Werke: Carlsbad und seine Mineralquellen, 2. Aufi., Prag 1336,.
angeführten Bemerkung) mitgetheilt hat, enthalt der Schloßbrunnen
in 16 Unzen Wasser um 4^ Gran weniger schwefelsaures Natron, als
die übrigen Quellen. Dieser Abgang wird zwar durch mehr als 3 Gran
schwefelsaures Kali ersetzt; dessen ungeachtet ist der Schloßbrunnen fast
um Ii Gran ärmer an schwefelsauren Salzen. Der Betrag des salzsau-
ren Natrons in 16 Unzen Schloßbrunnenwasser ist beynahe um Z Gran/
der des kohlensauren Natrons fast um ^ Gran geringer, der Gehalt des
kohlensauren Kalks aber um ^ Gran größer, als in den wärmeren
Brunnen. Die übrigen Unterschiede verschwinden beynahe ganz. Im
Ganzen stimmen die Analysen von Berzelius und Steinmann
überein; der beträchtlichste.Unterschied trifft den Gebalt des schwefelsau-
re» Natrons. — Berzelius hat auch die von dem Carlsbader Mine-
ralwasser ausgeschiedenen Sprudelsteine untersucht. Diese sind eine fase-
rige crystallinische Art von Kalkstein; ihre Farbe geht alle Nuancen vom
Weißen bis zum Dunkelbraunen durch, welche in concentrischen Lagen
mannigfach abwechselnd, und auf den abgeschliffenen Flächen ein schönes
buntes Farbenspiel zeigen. Der braune Sprudelstein enthalt eine bedeu-
tend größere Menge Eisenoxyd,. als der weiße. Eine Art desselben ist
aus vielen verschieden großen Körnern zusammengesetzt; sie scheinen durch
Incrustirung zvon Sand und Mdern kleinen Körpern, die von dem her-
vorfiießenden Mineralwasser lange'in fortwährender Bewegung umher-
getrieben worden sind, entstände/).M seyn. -—Alle warmen Quellen
von C. zusammengenommen geben nach genauen Messungen in einer
Stunde 2,230, in einem Tage 54,720, in einem Jahre 19,972,800
Eime^ r Mineralwasser. Als Mittel mehrjähriger Messungen soll der
Sprudel und die Hygieenquelle ungefähr 45 Eimer Wasser in einer
Minute geben. Der Wärmeunterschied des getrunkenen Mineralwassers
bey 22° Reaumur ist beyläufig folgender:
Natürliche Warme der Quellen. — Wärme des getrunkenen Wassers.
Sprudel . . . 59" R. .— 49° R.
Neubrunnen. . 49",, ' -^- ' 4 7 - ° , ,
MüWrunnen . 4 5 ° , , — ' 4^" „
Theresienbrunnen 43° „ — 42ß° „
Schloßbrunnen . 40° „ — ' 39Z° „
woraus sich zwischen der wärmsten und kühlsten Quelle ein Wärmeunter-
schied von mehr als 9"R. und bey niedriger Lufttemperatur etwas weni-
ger ergibt. ,
Carolides v. Carlsberg, Georg, geboren zuPrag den I I .
April l579. Sein Vater, ein verdienstvoller und wegen seiner Recht-
schaffenheit von allen seinen Mitbürgern geachteter Mann, gab ihm eine
sehr gute Erziehung und hielt ihn so fleißig zum Studiren an, daß der
Jüngling, noch bevor er an die Prager Universität kam, die meisten la-
tein. und griech. Dichter durchgelesen hatte. Nachdem er einige Jahre
an der Universität den philosophischen Studien obgelegen, ward er 1539
Baccalaureus, und erhielt 4 Jahre darauf die Magisterwürde. C. hatte
sich, auf Anrathen seines Vaters, zwar auf die Nechtsgelehrsamkcit
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie