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WN Chmcl, Adam Match. — Cholera.
Bildersaal, oder Darstellungen berühmter Männer und merkwürdiger
Begebenheiten aus der Geschichte aller Völker und aller Zeiten. Zur
Belehrung und zum Vergnügen der Jugend/ mit 17 ausgemalten von
F. Stober gestochenen Kupf., eb. 1326.
* Chmel, Adam Mat th . , schriebauch: Ursprung und Grün-
dung des Linzer Lyceums, mit Keppler's Leben, Linz 1826.
* Chmel, Ios., wurde 1836 Ehrenmitglied der beyden histor.
Vereine des Ober- und Unter-Mainkreises in Bayern.
* Cholera. Nachdem diese verderbliche Seuche bey ihrem ersten
Erscheinen in Europa 1831 die italienischen Staaten gänzlich verschont
hatte und mit ihrem Übergang nach den transatlantischen Landern jede
Gefahr verschwunden schien, begann deren Wiederauftreten in Spanien
und dem südlichen Frankreich, Anfangs l335, neue Besorgnisse zu er-
regen und eine Rücktour derselben, die südlichen Länder Europa's berüh-
rend, befürchten zumachen. Wirklich zeigten sich schon im Monathe
Iuny deutliche Spuren derselben im Piemontesischen, nahmentlich zu
Coni (Cuneo) und auch zu Genua, wo sie einen ziemlich bösartigen
Charakter annahm. In den Monathen August und September zeigte
sich dieselbe weiter nördlich/ berührte Tur in , Nizza und Alessan-
d ri a und dehnte sich bis gegen die lombardische Gränze aus, wo augen-
blicklich die geeignetsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen wurden, um deren
Eindringen zu verhindern, oder mindestens im Falle desselben, ihren
Verheerungen Gränzen zu setzen. Den 2. Öctober verfügte sich der Erz-
herzog Vicekonig in Begleitung des Doctors der Arzneykunde und Pro-
fessors Franz v. Hi ldenb ra/nd (s. d.) zu der Municipal-Congrega«
tion von Ma i land , um von Allem die genaueste Kenntniß zu nehmen,
was für den Fall vorgekehrt wurde, wenn diese Gegenden von der Cho-
lerakrankheit nicht verschont bleiben sollten, damit auf die schnellste und
zweckmäßigste Weise für die Unterbringung und Hülfe der davon Befal-
lenen gesorgt werde. Die Krankheit zeigte sich jedoch zuerst und zwar
schon in den letzten Tagen des Septembers, in dem venetianischen Gebiethe,
nahmentlich in den Bezirken S. Nicolo di Ar iano, Loreo, Tre-
port i und Burano , entwickelte aber im Ganzen keinen sehr beun-
ruhigenden Grad von Bösartigkeit und es fehlte an keinem Orte an au-
genblicklicher und zweckmäßiger Hülfe. Im Monathe October zeigten sich
einige verdächtige Fälle in der Stadt Venedig selbst. Dr. v. Hi l -
denbrand, dessen eifrige Verwendung bey dieser Gelegenheit auszu-
zeichnen ist, wurde von Mai land dahin abgesandt und alle nöthigen
Maßregeln getroffen. Die Fälle waren auch meistens sporadischer Art
und die Sterblichkeit vermehrte sich nicht bedeutend. Indessen wurde auch
schäfte wurden nicht unterbrochen; auch zeigte das Übel sowohl durch die
Beschränktheit seiner Entwicklung und das Zusammentreffen der Sympto-
me, als auch durchden Sterblichkeitsgrad, c^ 'nen Charakter, der weder epi-
demisch noch heftig genannt werden konnte, wie dieses aus den Todlenli-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie