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Chorinsky v. Ledske, die Grafen. 401
sten erhellte, indem die Mehrzahl der Sterbefälle zu den Folgen ande-
rer Krankheiten gehörte. Anfangs November wurden auch Spuren des
Übels zu Chioggia und Palestrina bemerkt, überhaupt nahm in
den ersten Tagen dieses Monaths die Anzahl der Kranken auch in der
Stadt Venedig etwas zu, doch schon gegen die Mitte zu nahmen die
Erkrankungsfälle in ganz Oberitalien in solchem Grade ab, daß bereits
den 28. die Auflösung des politisch-administrativen Cordons erfolgte/
welcher bisher auf den Gränzen der Provinzen Mai land, Como, Pa-
via und Lod i gegen die auswärtigen Staaten aufgestellt war. Obschon
noch zu Padua, Vicenza und Verona mehrere Krankheitsfälle
von mehr oder minderer Bedeutung Statt fanden, so nahm doch auch
im Venetianischen bereits in den ersten Tagen des Decembers die Seuche
sehr merklich ab und hörte, gänzlich auf sich weiter zu verbreiten. Da
endlich gegen Ende Decembers sich gar kein verdächtiger Krankheitsfall
weder in der Stadt Venedig, noch in dem venetianischen Gouverne-
mentüberhaupt zeigte, so wurde die Aufhebung der Vorsichtsanstalten
beschlossen und bereits im Anfange des Monaths Jänner 1336 wurden in
Venedig und andern Städten feyerliche Gottesdienste zum Danke für
. die glückliche Beendigung der Cholera-Gefahr abgehalten. Seit den er-
sten Monathen des Jahres 1336 hat jedoch diese Krankheit in einem
zwar verminderten Grade ihrer Bösartigkeit, aber doch ziemlich um sich
greifend und verheerend sich wieder in Wien , besonders in den Vor-
städten, eingefunden. Am meisten wurden die Alservorstadt, Iosephstadt,
Neubau, Schottenfeld, Alt-Lerchenfeld heimgesucht, wo die meisten
Durchfallskrankheiten vorkamen. Im Ganzen war aber die Krankheit auch
auf dem stachen Lande um Wien seit September im Abnehmen. Dage-
gen war sie zu dieser Zeit in Prag und Brunn und überhaupt in Böh-
men und Mähren, so wie schon früher in Illyrien und im Küstenlande
aufgetreten, wo sie theilweise wieder aufhörte, in Triest aber zunahm.
Chorinsky v. Kedske, die Grafen. Dieses Geschlecht nimmt
seinen Ursprung aus dem alten .adelichen Hause Habdank, welches
unter den alten Herzogen von Polen und Schlesien blühte. Im 13.
Jahrh, kommt dieses Geschlecht schon mit dem Besitze des mähr. Ritter-
guts Ledske vor, und hat sich seitdem in Mähren noch ansehnlicher begü-
tert. Franz Car l Freyh. Ch. v. L., geb. den 35. Sept. 1639, war
k. k. Rath, Landrechts-Beysitzer, sodann Kreishauptmann zu Hradisch
in Mähren, starb den 16. März 1741., Dessen Söhne Math ias
Franz, geb. den'1. Oct. 1720, k. k. geh. Rath und erster Bischof von
Brunn, gest. zu Gurein bey B runn , wo er die Pfarrvisitation
vornahm, den 30. Oct. 1786; Franz Ioh. , geb. den 24. Apr. 1725,
Oberst-Erblandpanier des böhm. Herrenstandes, und k. k. geh. Rath, gest.
den 23. Iuny 1312; Ignaz Dom., geb. den 20. Aug. 1729, k. k.
geh. Rath und Landeshauptmann zu Troppau, gest. den 30. Nov.
1792; Mich. Wenzel, geb. den 4. Dec. 1736, gewesener Cameral-
Administrator in Mähren, gest. den 5. Jänner 1306, wurden mit Di-
plom vom 12. Dec. 1761 in den Grafenstand erhoben. Der Sohn des
Franz I o h . Grafen Ch., Franz Caj., geb. den 26. Iänn. 1761,
Oberst-Erblandpanier des Herrenstandes des Königreichs Böhmen, des
0esserr.Nat.Vncyll.Vd. VI. 26
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie