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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 405 -
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llary u. Aldringen, T. I, Fürstv. —loöls'sche Stift. 405 Clary und Aldringen, Larl Ios. Fürst v:, war l777 zu Wien geboren. Nach einer äußerst sorgfältigen Erziehung, bey wel- cher sein Großvater mütterlicher Seite, der durch Geistesbildung aus- gezeichnete Fürst Car l de Ligne, auf das vortheilhafteste einwirkte, besuchte C. mehrere Vorlesungen an der Universität in W ien , und be- gab sich sodann auf Reisen nach Frankreich, der Schweiz und nach Ita- lien, wo er seine vortrefflichen Anlagen auf das vollkommenste ausbil- dete. Nach seiner Rückkehr erhielt er eine Anstellung bey der niederösterr. Landesregierung, wurde spater zum kaiferl, Kammerherrn ernannt, und vollbrachte in der Folge mehrere Ehrensendungen an auswärtige Höfe mit dem glücklichsten Erfolge. 1809 übernahm er als Major das Com- mando eines Landwehr-Bataillons, und machte mit demselben den gan- zen Feldzug auf das ehrenvollste mit. Er wohnte darauf der Vermah- lung Napoleon's mit der Erzherzoginn Ma r i a Louise bey, hielt sich noch einige Zeit in Par is auf, und bereiste dann abermahls die Schweiz. An demNefreyungskriege konnte er wegen seiner geschwächten Gesundheit keinen Theil nehmen. 1316 bereiste er wieder Italien. 1313 —20 lebte er zu Neapel, die gehoffte Wiederherstellung seiner Ge- sundheit durch das südliche Clima erfolgte jedoch nicht, und er begab sich kränkelnd nach Deutschland zurück, wo er fonan theils zu Wien, theils auf seinen Besitzungen in Böhmen, daselbst wohlthätig wirkend und stets eifrig für Kunst und Wissenschaft beschäftigt, lebte. Nach langer Kränk- lichkeit starb er zu Wien 1331, eine der erlesensten Privatbibliotheken, nebst einer reichen Sammlung von Handzeichnungen, Kupferstichen und Steindrücken hinterlassend. C. schrieb auch Denkwürdigkeiten von seinen Reisen :c., worin sich die interessantesten Bemerkungen und Notizen, in einem geistreichen und anmuthigen Style geschrieben, befinden sollen. Auch besaß er ein nicht gewöhnliches Talent als Zeichner; einige seiner geistreichen Federzeichnungen zu Fouque's Undine erschienen auch im Stiche. Einer der schönsten Züge seines edlen Herzens aber war eine Stiftung von 14,000 Gülden, zur festern Begründung der Armenan- stalten für seine Unterthanen, welche er kurz vor seinem Tode bestimmte. l lusius, s. Lecluse. loäls'sche St i f tung. Franz v. Coels, k. k. österr. Major, geb. 1742, gest. den 9. Iuny 1825 zu W ien , stammte aus einem altadeligen, jetzt in der lonigl. preuß. Rheinprovinz immatriculirten Geschlechte, welches in Belgien und in den niederländisch-burgundischen Landern viele Jahrhunderte blühte und in Ansehen stand. Sein Groß- vater war I oh . Nico l . v. Co6ls, geb. 1653, zuerst in herzogl. lo- thringischen Militärdiensten, dann Hofmavschall des Reichsgrafen von Manderscheid-Blanckenbeim, Lehnträger desselben, des Chur- fürsten von Cö'ln und des Herzogs von Ahremberg. Franz v. Coels trat 1757 in österr. Militärdienste zu dem Ähremberg'schen Regiments, später Oemmingen; wurde 1769 Hauptmann, und diente mit Auszeichnung, bis ihn ein Augenübel zum ferneren Dienste unfähig machte. Er lebte seitdem als pensionirter Major zu Wien , wo er Hausinhaber wurde, und in seinem Testamente bedeutende Vermächt- nisse zum Nutzen der Wiener wohlthätigen Institute, und ferner eine.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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