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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 408 -
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4ft8 Comer io . — C o m o l l i . als Beyspiel voran. C. fehlt bey keinem Unternehmen, das echt patrio- tische, gemeinnützige Zwecke beabsichtigt. Er ist Kenner und Beförderer der Wissenschaften; Mitglied mehrerer Gelehrten-Vereine, durch seine umfassende Geistesbildung, wie durch seine wahrhafte, freysinnige Va- terlandsliebe, eine Zierde des österr. Adels. Heldenmuth zeichnet ihn im Kriege, strengste Rechtlichkeit und energische Beharrlichkeit in der Ausführung seines wohldurchdachten Systems/ als Staatsmann aus, und vorzugsweise dieser dankt die Provinz Niederösierreich die Ord- nung ihres schon so sehr zerrüttet gewesenen Steuerwesens. Comerio, Agostino, Historienmaler zu Mai land und Zög- ling der Akademie dieser Stadt. Er besuchte Rom zur Vollendung sei- ner künstlerischen Bildung, und benutzte hier seine Zeit so wohl, daß er nach seiner Rückkehr in Mai land bald gerechte Anerkennung fand. Es nahm ihn daher auch die Akademie unter die Zahl ihrer Mitglieder auf, und 1823 war er schon Professor an derselben. 1820 erwarb er sich durch ein Frescogemalde, das er in S. Sat i ro zu Mai land ausführte, verdientes Lob. Nicht minder ehrenvoll ist für ihn eine größere Reihe von Gemälden dieser Art, die sich in der Kirche Madonna della Bocciola am Berge Orta befinden. Sie bestehen in biblischen Darstellungen, die große Leichtigkeit des Pinsels beurkunden, und auch in Bezug auf den innern Kunstwerth Lob verdienen. Ausgezeichnet ist auchseingroßes Gemälde mit lebensgroßen Figuren, die Geschichte des O dipus darstellend. Die Gruppe desödipus, der seine beyden Töchter umarmt, istmitbewunderungswür- digerWahrheit dargestellt; überall treffender Ausdruck, gute Vertheilung des Lichtes und Schattens, und sorgfältigeZeichnung, sowohl in den Köpfen, als inden Extremitäten. Auch findet man in dieser 20 Köpfe starken Com- position nirgends Übertreibung, und die Farben vereinigen sich zu einem ruhigen harmonischen Ganzen von kräftiger Wirkung. Nicht minder schön ist auch seine I t a l i a , die tiefbetrübt auf Appiani's Grabmal einen Lorbeerkranz legt. 1324 enrging das Gemälde, welches R aph ael darstellt, wie er seinen letzten Willen dictirt, eine Composition von 24 lebensgroßen Figuren, dem Tadel nicht. Man fand die Beleuchtung nicht gelungen, und auch die Physiognomie biethen wenig Interesse; die Nebenwerke sind überladen, in der Darstellung der Stoffe aber herrscht große Kunst. C. lieferte indessen später noch mehrere gute Bilder, so- wohl Porträte als Historien. Er gehört überhaupt zu den besten italie- nischen Künstlern seiner Zeit. Comoll i , I. V . , Bildhauer zu Ma i land , der einen ausge- zeichneten Ruhm genießt. Er war schon um 1300 Professor der Bild- hauerkunst, und bedeutend ist die Anzahl seiner Werke. 1303 führte er Chaptal's Brustbild in Marmor auS, ein meisterhaftes Werk, das für Montpel l ier bestimmt war. Hierauf arbeitete er an einer colos- salen Statue Napoleon's, welche neben jener des ColumbuS am Eingänge deS Nationalpalastes aufgestellt werden sollte. Aus Auftrag der Regierung des vormahligen Königreichs Italien verfertigte er eine Bildsäule des Friedens zur Verewigung des Gedächtnisses vom Frieden zu Campo Formio. Dieses schöne Denkmal wurde 1319 zu Udine auf dem Platze Cantarena aufgestellt. 1820 führte er in London die
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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