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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 412 -
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4l2 Czernovicius. — lzernowiy (galiz. Stadt). aus synchronistischen Tabellen für die Literaturgeschichte der ältesten und neuesten Zeiten; ebenfalls noch ungedruckt ist „Plan zu einerglücklichen und gesegneten Erziehung, sowohl der zarteren als auch reiferen Jugend." Blair 'S synchronistische Tabellen für die allgemeine Weltgeschichte hat C. von 1790 bis auf unsere Zeiten fortgesetzt. Auch ein historisches, geogr. und mythologisches Handlericon zur Erklärung der Classiker schrieb derselbe, das sich aber gleichfalls ungedruckt in seinen Händen befindet. Mehrere franzosische Schriften hat C. ins Deutsche und deutsche ins Böh- mische übersetzt. Gegenwärtig schreibt er ein „Pädagogisches Jahrbuch," worin die in österr. Staaten bestehenden Erziehungs - und Schulanstalten dargestellt werden. C. ist auch ein geschätzter Mitarbeiter der in Prag erscheinenden ökonom. Neuigkeiten; astronomische Beobachtungen und Mittheilungen im Fache der Witterungskunde und der Natur machte er in der Prager Zeitung bekannt. Czernovicius v. Lybeo-Monte, I oh . , geboren 1569 zu Czernowitz im Bechiner Kreise Böhmens, studirte an der Prager Universität. Da er vermählt war, so hinderte ihn dieses an der Uni- versität akademische Würden zu bekleiden. Er verlegte sich dafür mit desto glücklicherem Erfolge auf die Dichtkunst. Nachdem er sein poeti- sches Genie durch verschiedene kleinere Gedichte an den Tag gelegt hatte, versuchte er es, die zehn römischen Kaiser aus dem Hause Osterreich, von RudolphI . bis Rudolph I I . in dem Geschmacke der Virgilia- nischen Versart zu beschreiben. Er widmete das Werk dem Kaiser 1605, und dieser nahm es so gut auf, daß er den Verfasser in den Adelstand erhob, und ibm zur Stelle eines Rathes in der Altstadt Prag verhalf. Durch diese Belohnung angefeuert, schrieb er ein heroisches Gedicht über den Krieg, welchen Kaiser Rudolph I I . mit den Türken in Un- garn geführt, hatte. Ob C. in seinem Vaterlande gestorben oder der Re- ligion wegen aus Böhmen gegangen, konnte nicht erörtert werden. Folgende Gedichte sind unter andern von ihm gedruckt: vecas ^ugu-. stizsimoi-uln ex am^iizZimH llorenNZsimacsUL ^.i-cni^ucum ^u- 5tlia6 samilia Impel-atorum Vii^iliano carmine contexta, Prag 1605. — Dezci-i^tio clomug liosenbei-^icae, nee non alia yuae- 6am aä amioo5 8ci-ipt2, eb. 1605. — I)e bello ?2nn0nico libri 56X,. eb. 1619. — I>6 iri-uptionL militig I>2552vi'6N8i5 in regnum Voncmiae i^samlzue a6eo kl-agHL minoris urbein, lil)!-! ^uo, eb. 1620. Czernowitz, ziemlich ansehnliche galiz. königl. Stadt und Haupt- ort der Bukowina, auf einem Hügel nicht fern vom rechten Ufer des Pruth. Es ist hier der Sitz eines griechisch-nichtunirten Bischofs und General-Consistoriums, des Kreisamtes, des Bukowiner Stadt- und Landrechts, zugleich Criminalgerichts. Die Stadt ist nicht besonders schön gebaut; doch hat sie mehrere ansehnliche Gebäude, worunter sich die griechische Cathedrale, die katholische Dechantkirche, das Hospital u. a. auszeichnen. An wissenschaftlichen Anstalten hat C. eine philoso-. pyische.Lehranstalt, ein Gymnasium, eine Haupt- und Mudchenschule, ein ständisches Lehrinstitut für Hebammen. Die Einwohner, bey 6,000 an der Zahl, sind theils
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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