Seite - 420 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Bild der Seite - 420 -
Text der Seite - 420 -
«W Deutschmann. — Dickmann'sche Münzen-Samml.
Ahnentafel bis in das 1 l. Jahrhundert reicht, und welches von Kaiser Fer-
dinand I I I . in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Eine altere
Holstein'sche Linie starb mitMagnus Grafen D., königl. däni-
schem Gesandten zu Madrid aus. Die jüngere zog sich nach dem Ver-
luste der belgischen Besitzungen auf die ungarischen zurück. — Leop.
Graf D. schrieb: Gon;aloo von Cordova, Schauspiel, Wien 1807;
I. Aufl., Kaschau 1827. .
Deutschmann, Iac., 1750 in der Oberlausitz geboren, lebt von
seinem 16. Jahre an in Wien, wo fich sein Vater Friedr. D., ein
schon damahls im Rufe gestandener Orgelbauer, seßhaft machte. Bey
ihm legte er die Lehrzeit zurück und ist nun einer der berühmtestenOrgelbauer
Wien's, auch der Verbejserer der in neuerer Zeit so sehr in Aufnahme
gekommenen Physharmonica (eines tafelförmigen Tasten-Instruments
von 6 Octaven, dessen Töne durch metallene, vermittelst zweyer Druck-
bälge in Schwingung gesetzte Zungen hervorgebracht werden, und alles
vereinen, was Blasinstrumente im Einzelnen sowohl als in der Total-
wirkung hervorbringen). In Anerkennung dieser gemachten Verbesserun-
gen erhielt derselbe 1835 bey der ersten österr. Gewerbs-Producten-
Ausstellung inWien die silberne Preismedaille.
* Devricnt (Schröder-), wilhelmine. Im Dec. 1835 be-
suchte diese Künstlerinn neuerdings Wien, und trat in mehreren Opern,
z. B. in Fidelio von Beethoven, Montecchi und Capuleti von Bel-
l in i , im Freyschützen :c., mit großem Beyfalle auf, obschon es auch
nicht an mehreren, mitunter gewichtigen Stimmen fehlte, die sie be-
schuldigten, in der künstlerischen Auffassung eher. Rückschritte gemacht,
und besonders Fidelio mehr im Geiste der neuern italienischen Gesang-
weise, als in jenem des Tonsetzers dargestellt zu haben. Übrigens kann
ihr der Ruhm einer wahrhaft dramatischen Sängerinn nicht abgespro-
chen werden. -
^ Dichterkrönung in Oesterreich. Die Ceremonien, die bey
dieser Art von Krönung unter Kaiser Maximil ian I. Regierung an
der WienerHochschule beobachtet wurden, hatten etwas ganz Eigenthüm-
liches, und wichen von jenen des Auslandes in vielen Puncten ab. Kai-
ser Maximi l ianI. ertheilte nähmlich den Pfalz- oder Reichs-Hofgra»
fen (<Ü0mit65 palatini) das Recht, Dichter zu krönen (s. Aiegleri
Deputat. 6e jure Hl2j68t2ti5, tz. 35, 37, 33). Die Ausübung dieses
Rechtes geschah aber nicht immer mit der vom Kaiser vorgeschriebenen
strengen Unparteylichkeit, und nicht selten wurde der Dichterkranz durch
Bestechung gewonnen. Man unterließ zwar nicht, diesen Mißbrauch mit
den bittersten Satyren anzugreifen. (Vogii ^e art. poet. nat.cap. 10.)
Allein, was halfen alle Angriffe? — Der Apollische Lorbeer hatte zu
lockende Reize für die Eitelkeit, und entfaltete sein grünendes Laub, um
auch das Haupt der ttngeweihten zu beschatten.
Wien. Nach dem Tode der Besitzerinn wurde diese Sammlung 1836
zu einer Versteigerung bestimmt. Der Catalog ist zu diesem Bchuf im
Druck erschienen.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie