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438 Fisch ho f.
ser Car l VI.' in den Reichsgrafenstand :rhoben. Dessen ältester Sohn,
Franz Lactanz (gest. 1786), pflanzte das Geschlecht fort; er war
k. k. wirkl. geh. Rath und fürstl. salzburg. Oberhofmeister. Sein zweyter
Sohn, Leopold Ernst (gest. 1733), war Cardinal und Fürst-Bi-
schof von Passau; der dritte, V i r g i l i u sMar i a (gest. 1738), war
Bischof von Lavant, und als solcher Reichsfürsi; der vierte, Car l
Joseph, starb 1782 alS kaiserl. bevollmächtigter Minister zu Ma i .
land.
Fischhof, Ios . , Professor des Claviers am Wiener Conservato-
rium, ist zu Butschowitz in Mahren 1804 geboren. Zu Brunn
absolvirte er die Gymnasialclaffen und zum arztlichen Berufe bestimmt,
ging er 1318 nach W i e n , woselbst er das Studium der Philosophie
und Medicin 1827 mit dem besten Erfolge beendigte. Seit der frühesten
Jugendzeit wurde er in der Musik unterrichtet, welcher Kunst er stetS
mehr und mehr sich hingab, je weiter sein glückliches Talent sich entfal-
tete; die höhere Ausbildung im Clavierspiele verdankt er dem rühmlichst
bekannten Tonsetzer Ant. Ha lm, in der Composition dem gediegenen
Capellmeister I gn . Ritter v. Seyfr ied. Familienverhältnisse, so wie
seine entschiedene Neigung zur Kunst, bestimmten ihn endlich, sich Letz-
terer ganzlich zu widmen, da er durch sein Spiel und seine Composition
ohnehin vielfach dazu aufgemuntert wurde. Öffentlich aufgetreten be-
gleitete ihn stets der kräftigste Beyfall, so, daß er in Kurzem den besten
Spielern und Meistern auf dem Pianoforte beygezählt wurde. Vorzüg-
lich har F. durch die geistvolle Auffassung im Vortrag Beethoven'-
scher Compositionen sich einen um so ehrenvolleren Ruf erworben,
)e seltener man diesen Riesengenius in solcher wahren Vollendung hören
kann. 1833 wurde er zum Professor am Conservarorülm zu Wien er-
nannt, woselbst er seine neue Lehrmethode, eine größere Anzahl (9—12)
Schüler an einem Pianoforte zugleich zu unterrichten, mit solchem
Erfolge einführte, daß er in den beyden (im Iuly 1334 und 1835)
öffentlich abgehaltenen Prüfungen sich der allgemeinen Theilnahme, so
wie der ehrenvollsten Anerkennung zu erfreuen hatte. Literarische Bil-
dung, Srrachkenntnisse, so wie ein anspruchloses Benehmen erheben
und befestigen seine artistische Stellung. Im Besitze einer bedeutenden
musikalischen Bibliothek widmet er seine Muße dem Studium der Ästhetik
und der Geschichte der Musik, welches ibm zu manchen Aufsätzen Veran-
lassung gab, die beyfallig aufgenommen und in Zeitschriften lobend er-
wähnt wurden. -^ Mit seltener Vorliebe scheint er in letzterer Zeit sich
der phantastischen (romantischen) nelieren Schule zuzuwenden, welche
durch dieComponistenMendelsfohn und Chopin würdig repräsen-.
tirt wird. Von soinen gestochenen Werken sind erschienen: Lieder des
Königs Ludwig von Bayern; österr. Lieder, genannt „Flinserln"
(von Se id l ) ; mehrere Clavierpiecen. Unter vielen Vocalcompositionen,
die noch nicht erschienen und sich durch Geist und Gemüth auszeichnen,
ist zu beachten: Die nächtliche Heerschan von Zedlitz, welches, für eine
Baßstimme gesetzt, von erschütternder Wirkung, und schon 1828 compo«
''rt ist. (F. erhielt das Gedicht noch im Manuscripte.)
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie