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4l6 G e i st. — G e r n r a t h.
und des obersten Gefallsgerichts genau Folge zu leisten. — Die zur
Leitung der Gefällsangclegenheiten bestellten Bezirksbehörden, und im
weitern Zuge die zur Leitung der gedachten Angelegenheiten bestellten
höheren Behörden entscheiden: 1) Über alle mindern Stra/fälligkeiten,
wenn die Strafe, auf welche diese Behörden gegen einen Übertreter zu
erkennen finden, den Betrag von 100 Gulden nicht überschreitet, wo-
bey die gegen 2 oder mehrere Schuldige oder Theilnehmer ausgesproche-
nen Strafen nicht zusammen zurechnen sind; 2) über alle Verhand-
lungen, die, ohne zu dem durch daS Strafgesetz angeordneten Verfah-
ren überzugehen, gepflogen werden, in denen von der Beendigung des
rechtlichen Verfahrens abgelassen wird.
Geist, Gebhard, war 1726 zu Lut tenberg in Steyermark
geboren, und trat zu Admont in den Benedictiner-Orden. 1760—62
lehrte er an der hohen Schule zu Sa lzburg die theoretische Philoso-
phie, und ging dann in sein Kloster zurück. 1771 kam er als Superior
nach Mar i a -P la i n nächst Sa lzburg . Er verblieb auf diesem Po-
sten bis zum May 1793, wo er Superior in seinem Kloster wurde und
am 23. März 1793 starb. Unter feinen Schriften sind: ^ l i t
eclectic26 notio liiztorico-IpuIotzetica, Salzburg 1761. —
Nliti0ne5 p^ii050pliic26 all ci-iticam, eb. 1762. — Hl
ruin pli^sico-meciiÄnico exp6N5U5, eb. 1762.
* Geramb, Ferd. Freyh v. Von ihm ist neu: ^
^eru52lein et au mont Hinä'i en 1801—33, 3 Thle., Paris 1836.
* Gerle, wolfg. Adolph. Von seinem trefflichen Handbuche
über Prag erschien die 3. umgearb. Austage, Prag 1336.
Gernrath, Ioh. Conrad, k. k. Rath und mähr.-schlesischer
Oberbaudirector in Brunn, wurde in einem Schiffe auf dem Meere
von unbemittelten Ältern am 7. April 1755 geboren. Er trat nach geen-
digten Studien in Militärdienste, und zwar als gemeiner Kanonier in
das 2. k. k. Artillerie-Regiment. Hier verlegte er sich mit allem Eifer
auf die mathematischen Wissenschaften und hatte das Glück, das Ver-
trauen und die Freundschaft seines unvergeßlichen Lehrers, Freyh. v.
Vega, zu gewinnen. G. wurde bald stufenweise bis zum Unterlieute-
nant befördert. Bey dem Ausbruche des Türkenkrieges wurde er mit
Feldgeschütz in die Infanterielinie eingetheilt; wahrend der beruh mten Be-'
lagerung von Belgrad bey der Bedienung des schweren Geschützes einge-
reihet, machte G. den Sturm auf diese Festung mit. Nach hergestellter,:
Frieden wurde er als Lehrer eines mathematischen Curses im k. k. Bom-
bardiercorps angestellt, und bey dieser Ge'egenheit wurde von ihm V e-
ga's mathematisches Lehrbuch neu bearbeitet. Diese 2. vermehrte Auf-
lage von Vega's Vorlesungen über die Mathematik erschien zu Wien
1793. In dem gegen Frankreich erfolgten Kriege wohnte er einigen
Feldschlachten bey, besonders jener entscheidenden Schlacht bey Famars/
wo er mit einer halben k. k. Bombardiercompagnie und 12 Haubitzen
dem kö'nigl. preuß. Armeecorps unter dem Befehl des Generals Grafen
vonKnobelsdorf zugetheilt war. Bey den Belagerungen der Festun-
gen Valenciennes, Le Quesnoy und Landrecy hatte G. aus
mancherley Batterien thätig mitgewirkt, wo er zum Oberlieutenant be-
fördert wurde. Er war nachher einer von jenen 5 Attillerierfficieren in
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie