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Glasfabrikation und Handel.
sN dürften. Diese Gläser sind an der inneren Seite anders gefärbt, als
an der äusieren, welche letztere wieder verschiedenartig marmorirt ist; sie
werden mir Lagen von verschiedenen Mineralflüssen und Metalloxyden
überzogen, und diese durch den Schliff wieder an verschiedenen Puncten
abgezogen, wodurch die Glaser dann die Eigenschaft erlangen, im durch-
fallenden Lichte eine andere Farbe darzustellen, als im.refilectirten. Die
hiedurch entstehende Mannigfaltigkeit der Farben — das Eggerm an n-
sche Musterbuch zählt bereits über hundert Farbenoariationen ^ hat die-
sem Artikel bedeutende Abnahme selbst in England und Frankreich ver-
schafft. Es sind außer mehreren der obengenannten vroducirenden und
rafflnirenden lsttablissements noch einige hunderd, größtenteils selbst-
ständige Glasschneider ausschließend beschäftigt. Die Leistungen Vieler
zeugen von höherer HzUnstweihe; Domin i^ P ieman n,. akademischer
Glasgraveur in P r a g , F. Ä. Pel ikan in Ulr ichsthal und die
Bruder Hofman.n in^Prag und C a r l s b n d liefern Porträts,
Thierstücke, Landschaften und andere Composicionen, die dem Voll-
endetsten in diesem Fache beygezählt werden können. Die Hervorbrin-
gung von Glascomvositionen, Perlen, gequetschtem und geblasenem.
Glase wird von mehr als 10,000 Menschen, freylich sehr.hausig als
Nebenbeschäftigung betrieben, und gewährt dem Lande einen reinen ac-
tiven Gewinn von 2 Millionen Gulden. Der Wohlstand, den.die Stadt
Turn au durch die ausgebreitete Darstellung künstlicher Edelsteine er,
langte, die bey gehörigem Schliff oft des geübten Kennerauges bedürfen,
um von den achten unterschieden zu werden, ist bekannt. Der Hauplsitz
des Glaskorallen-,
Gablonz, von wo aus er sehrha'usig direct in alle Weltgegenden,
nahmentlich nach Amerika und in djeLsv.ante schwunghaft betrieben wird.
Die Musterchanen einiger Etablissements zeigen mehrere hundert Sor-
ten dieser verschiedenen Perlen, Korallen, Kreuzchen, Herzchen, Ohr«
gehängtropfen, Lustersteine u. s. w. Z e n k e r in Josephs rha l ,
Riedl in Anton iwa ld , Blaschka in L i e b s n a u, P fe i f f e r ,
Unger und Oö'ble in Gablonz (Letzterer in Geschmack und Ma-
terial, so wie im Schliffe besonders ausgezeichnet), sind die>bedeutend-
sten Repräsentanten dieses interessanten, Böhmen eigenthümlichen In -
dustriezweiges. — Steyermark zählt gegenwärtig l3 Glasfabriken,
wovon die Lang er'sche zu Rakowetz im Cillier Kreise, an der säd-
lichen Abdachung des Bochers, dann jene zu Iosephsthal an der
nördlichen Abdachung desselben Berges, jedoch schon im MardurgerKreise
mit den schönsten böhmischen Glaserzeugungen wetteifern. Weiters sind
derley Fabriken ;'l L iboye, Geyrach, die grafl. Attems'sche am
Wotschberge, we'.che insbesondere jahrlich 400,000 Nohitscher Sauer-
brunnstaschen erzeugt, dann zu Groben bey Voitsberg und am Wechsel
im Grätzer Kreise. Die Glasfabriken des Cillier Kreises senden ihre
Erzeugnisse über Triest nach Griechenland und Amerika. — I n Wien
beftnden sich folgende Niederlagen von bedeutenden Glasfabriken: 1)
Befugte: Die freyherrl. Hackelberg'sche zu Hirschenstein im
V. U. M. B . , in der Bergstraße Nr. 290; die des I o h . Ios .
Kel lner zu H eidenr eichstein im V. O. M. B. , unter den
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie