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Gold- und Silber-Galanterie-Arbeiten. 459
des Kaiserstaates findet kein Goldbau Statt; vor alten Zeiten ist er
jedoch bey I g l a u in Mahren ziemlich bedeutend gewesen. (S. auch
Bergbau.) nli-lt,
Gold- und Silber-Galanterie-Arbeitem Gegenwärtig
werden diese Arbeiten in allen Provinzen der ö'sterr. Monarchie verfer-
ttgt> besonders aber. in den Hauptstädten/ wo jetzt sehr viels Ardeiter
dieser Art werden jetzt, die matten, sowohl cise-
livten. als getriebenen Waare^l so vollkommen gesirt)eitet> daH sie den
auslandischen Erzeugnissen nicht nur gleichkommen, sondern dieselben
auch häufig übertreffen , eben so in Hinsicht auf Filigran - Ardeiten'. Die
Oold- und werden
verfrrtigr, auf deren .gell.aue Beobachtung zum Besten der Kaufer auf
dae strengste gesehen wjrd> Die schönsten Arbeiten dieser Art. werden ge?
genwartig in W i e.n> Ma i l and, Venedig und Prag verfertigt;
die Hclupt- und Residenzstadt behauptet aber bey weitem den^ V
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i enzst t h p it orzuH,
obschon Ven e d ig in früheren Zeiten seiner Goldarbeiten wegen in ganz
Europa berühmt war. Die Wiener Juwelier-, und Goldarbeilen gehören
jetzt zu den vo^rzttglicheren'in Eurspa. In Silber ist an Solidi(ät,nichts
zu wünschen übrig, anch wnch-viel in 15!öthigem Silber gearbeitet; über-
haüpr M i m Inlands die leichte getriebene oder gestampfte Arbeit ke.inm
Werth, sondern es wird lallet solid, nieist nach dem Gewichte, und größ-
tentheils aus, freyer Hand gearbeitet, daher,hier nicht so vielerl«y Ma-
schinen, Werkzeuge und Meranderllngen eingeführt wurden, wie in vie-
len Gegenden des Ausfand/es-.. Besonders schön werden die Bracelets,
Kreuzes Colliers / Mmme u.. s. w. verfertigt, auch an Email - Arbei-
ten wird dermahlen.sehr vieles geleistet. Gegenwartig besteben in Wien
mehrere, t. k. privil.^ Galanteriewaaren - Fabriken, dann bey 200 ,bür-
getl. Gold- und Silberarbeitet und viele Befugte. Zu den vorzüglich-
sten gehören/. Vincenz Mayer , Stephanvpwtz.Nr. 625; P io te
und Köchert, Iosepbsplatz Nr. 1155; Franz Wal lnöfer und
Söhne, Singerstraße. Nr. 396; F ranz v. Wür th,Graben Nr. 1122,
u. a. Unter den Galanteriewaarenhanolern zeichnen sich durch großen
Vorrath an geschmackvollen Juwelier- und Galaitterielvaaren aus,:. I o.h.
Motta u. Comp., Graben Nr. 1121; Eduard Pürker u. Eomp.>
Stockimeisenplatz Nr. 1079; I. F. Rozet , Kohlmarkr Nr. 253;
Ios. Ant. S ieb er, Graden Nr. 1105; Ios. Türk und Sohn,
Kohlmarkt Nr. 1148, u. a. Die silberplattirten und die sogenannten
Argent-Hach«waaren, die aus mehreren Fabriken Wien's hervorgehen,
sind von den schönsten auslandischen wenig verschieden; ja die Wiener
silberplattirten Gegenstande, die größtentheils nach englischer Art ge-
machtsind, werden den französischen in mehrfacher Beziehung vorgezo-
gen, wie denn überhaupt Wien in Ansehung der Silb^erarbeiten nicht
nur die erste Stadt der österr. Monarchie ist, sondern auch viele große
Städte des Auslandes auf entschiedene Art übertrifft. Was etwa noch
zu wünschen üdrig blieb/ wäre größere Verschiedenheit der Formen, be-
sonders in Hinsicht auf Zeichnung. — Die Mailänder Gold- und Sil-
berarbeiten werden gegenwärtig ebenfalls den vorzüglichsten beygezahlt,
auch liefert Ma i land ausgezeichnete schöne Arbeiten aus Gold-und
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie