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462 G r ä f f e r , Ant^ ^ G r egory.
Freywaldau. Diese Häuser heißen nun von dem Berge, auf dessen
Abhang sie sichbesinden, schlechtweg „Gra fenberg," nun so berühmt
durch die Wassercuren Vinc. Prießnitz's, welcher,der fast ausschließ«
liche Eigenthümer des obern Theiles dieser Besitzungen ist. Ein Weite-
res über diesen merkwindigen Mann, f. in dessen Artikel im Hauptwerk.
G.'s Häuser sind in der schmalen Senkung einzeln zerstreut, sich in 3
Hauptgruppen trennend. In der höchsten Gruppe ragen ansehnliche Ge,
baude empor, neu hergestellt von Prießnitz selbst, .G.'s Umgebungen
sind sehr mannigfaltig und malerisch.
Graffer, Ant., zweyter Sohn August G.'s, geboren den 19.
May 1734 in Wien, Inhaber eines Kunst- und Musikhandlungs-Be«
fugniffes daselbst, wird über 20 Iabre in der Kunsthandlung von Ar-
taria und Comp. vorzüglich zur Besorgung der Kunstverlags- und
Auctionsgeschafte verwendet. Vor Giuliani's Ankunft in Wien war
er einer der vorzüglichsten Guitarrespieler. Er componirte 17 Werke für
Guitarre allein; und Variationen für Violine und Guitarre. Seine sy-
stematisch-theoretisch-vractische Guitarre-Schule in 2 Theilen (Wien)
war gesucht. Der Friede, characteristisches Tongemalde, ist für das
Pianoforte componirt. Als Dilettant stach er mehrere Blätter in Ku-
pfer. Er schrieb: Über Tonkunst, Sprache> Schrift und Bild, Wien
1830. Verschiedene Aufsätze und Recensionen über Kunst und Kunst-
werke befinden sich von ihm in Zeitschriften, meist unter dem Nahmen
Peregrinus Thyß. ,^ .o
* Graffer, Franz. Er übersetzte, anfqngs aus der Handschrift
des Verf. Grafen St. Leu (Ludw. Napoleon): Mai-ie ou le«
peincs^e l'amour, 2 Thle., Pesth 1813, und bearbeitete 1820 den 3.
Band von Galletti 's geograpb. Wörterbuch (Pesth 1821) ganz neu
aus Quellen. Von seinen histor. Raritäten (flüchtige Miscellen und Re-
miniscenzen) erschien 1336 die 3. Aufl. (Wien). — Seine Sammlung
von Autographen ausgezeichneter Gelehrter und Künstler (worunter
viele sehr wichtige und seltene, dann die deutschen Claffiker so gut als
alle) umfaßt jetzt 1,000 Stücke, durchaus von Rang.
Gregory, Ioh. Carl, wurde zu Prag am 20. Iuny 1783
geboren. Schon a!s Hörer der Philosophie und der Rechte lieferte G.
dem k. k. Medailleur und Münzamts-Obergraveur, Ant. Guille-
mard, mehrere Auf- und Überschriften auf die, von Letzterem verfer-
tigten goldenen und silbernen Denkmünzen, und legte die Beschreibung
von einigen derselben 1304 in den Druck. Seit 1812 ist er Beamter bey
dem Prager k. k. Pfande und Leihamt. Er entwickelte in dem Bereiche
der Dichtkunst ein beachtenswertes Talent, wie es mehrere Gaben in
der Zeitschrift „Hyllos" bewähren. l835 verfaßte G. eine Ode zur
43jährigen Regierungsfeyer des Kaisers Franz, wofür ihm Kaiser Fer-
dinand I. sein Wohlgefallen durch das k. k. Landesgubernium in
Böhmen bezeigen ließ. Dieses Gedicht ist in der Bohemia 1835 Nr.
25 abgedruckt. Gegenwärtig arbeitet G. an Monographien historisch-
merkwürdiger Burgvesten und Ritlerschlösser Böhmens mit der topogra-
phisch-pittoresken Schilderung ihrer Umgebungen, Darstellung dev
Hauptmomente ihrer Zeitgeschichte, und mit der Familienkunde ihrer
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie