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G r ü b l e r .
schwächt, mußte zurücktreten, und so war die ganze Unternehmung, nahe
der Ausführung, schon mißlungen, als der Prospect derselben erschien.
G.-H- selbst erlitt nun durch Nichtausführung des Unternehmens, des.
sen Vorbereitung ihm bedeutende Summen gekostet, einen so großen
Verlust, daß er das Institut kaum im Kleinen erhalten konnte und seine
Thätigkeit nach Herausgabe einiger Charten einstellen mußte. Er sah
sich demnach abermahls auf seine Feder angewiesen. Seit 1833 lebt er
in Stuttgart. Außer den erwähnten Schriften hat G.-H. herausge.
geben: Österreich wie es ist (von Hans Normann), ^ Bde., Leipzig
1832. — Geschichte der ö'sterr. Staaten und Länder ( l . Bd. Gesch. der
österr. Länder unter österr. Herrschaft), eb. 1833. — Austria, Zeitschrift
für Deutschland.und Osterreich, 2 Hefte, eb. 1833. Ferner schrieb er:
Ungarn das Reich, Land und Volk (von H.N orman n), 2Bde., eb. 1833.
—Memoiren eines ausgewanderten Österreichers (vonH.N orman n), eb.
1833. Zugeschrieben werden ihm: Novellen, Sagen und Gedichte (von
H. Normann), eb. 1334. — Buch der Freyheit oder Geist des 19.
Jahrhunderts, eb. 1834. Seine neuesten Schriften sind: Gallerie der be-
rühmtesten Denker, 1. Bd. (Voltaire), Stuttgart 1635 (auf 25
Bände berechnet und von G.-H. nur redigirt). — Lebens- und Re-
gierungsgeschichte Joseph's I I . , 3 Bde., eb. 1835. — Leben, Wir.
ken und Tod des Kaisers Franz I. , eb. 1835. — Der König, ein
Roman, 2 Bde., eb. 1835. — Osterreich im Jahre 1835, eb.
1836. — Erzherzog Carl und der Weltstreit von 1792 — 1815,
I. Abth., eb. 1336. Alles was sonst noch unter G.-H.'s Pseudonah«
men (Normann) erschienen, wird von ihm desavouirt; eben so einige
anonyme Schriften, woran seine Theilnahme überhaupt und der Grad
derselben ungewiß ist.
Grübler, Florian, Bildhauer, wurde zu Kolbn>tzimMöll-
thale Kärnthens am 21. März 1746 geboren. Als Knabe schon machte
er sich durch Vorliebe zum Zeichnen bemerkbar, welcher Neigung sein
wiewohl unbemittelter Vater eine entsprechende Richtung zu geben be-
dacht war. Et brachte den Knaben in noch zarten Jahren zu einem
Verwandten fiach Burghausen in Bayern, damit derselbe dort die
Bildhauerkunst, in der er bald auffallende Fortschritte machte, erler-
nen sollte. Nach Vollendung seiner Lehrzeit begab er sich auf Reisen,
und arbeitete in verschiedenen großen Städten des deutschen Reichs;
doch keinen Schnitt mehr in Holz, sondern forthin in Stein und Me-
tall. ZuManheim zog er zuerst die Aufmerksamkeit der Kunstwelt auf
sich, wo er unter vielen andern Künstlern an einer Preisaufgabe glück-
lich gearbeitet, und dadurch den akademischen Preis errungen hatte.
Bald darauf erhielt er einen Ruf nach München, wo er im Garten
zu Nymphenburg lange Zeit an den herrlichen, dort aufgestellten,
steinernen Statuen mitgearbeitet, zum Theil auch diese Kunstarbeiten
geleitet. Von da begab er sich 'gegen das Jahr 1730 nach Wien,
von wo aus er mir 2 andern Bildhauern vom k. k. Hofe nach
Innsbruck beordert wurde, um dort am Monumente, welches die
Kaiserinn Maria Theresia ihrem Gemahl, Franz I., errichten
liesi, zu arbeiten. Nach Vollendung dieser Arbeit kehrte er nach Wien
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie