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thes in stark hervortretenden Zügen vor Augen stellen. Daher ist der
Verfasser glücklich zu preisen / daß er, stammend aus dem Feuergeiste
des Morgenlandes, mit seinen paradiesischen Speisen der Milch und des
Honigs schon in der Wiege genährt, erzogen in der orientalischen Aka-
demie der mit dem Osten in lebendigem Verkehre stehenden deutschen
Kaiserstadt, in seinem eigenthümlichsten Wesen erkannt und ermuntert
von Ioh . v. Mül ler , begrüßt und geweiht von einem prophetischen
Worte Herder's, des Hohenpriesters des Morgenlandes, gebildet
durch Rbisen und Aufenthalte auf dem Boden der frühesten Sehnsucht,
nach seiner Rückkehr durch übertragenen ämtlichen Beruf mit ihm in
pfiichtmaßige Verbindung gesetzt, — daß er in seinem 60. Lebensjahre,
in welchem er gegenwärtig steht, in derselben ungeschwächten Iugend-
kraft, wie sie Schleiermacher in feinen Monologen sich als Jüng-
ling geweissagt, und als Greis bis zum Tode erhalten hat, mit Herz
und Mund singen konnte:
Nicht den Elementen traue.
Noch der eigenen Kraft,
Sondern Gott dem Herrn vertraue.
Der zur Höhe dich rafft."
H.'s staunens- und Hochachtenswerthe Fruchtbarkeit liefert den Be-
weis, zu welch' stattlichem Ergebnisse geistvolles Sammeln schon von frü-
her Jugend an, weise Anwendung der Zeit und Kraft, Leichtigkeit im
Arbeiten, und rührige concentrische Thätigkeit führen können, wenn,
wie bey H. Geist, Talent und Wissen im Bunde. — 1336 wurde H.
vom Kaiser taxfrey in den Freyherrnstand erhoben, und ihm gestattet,
daß er als Universalerbe der Johanna Gräfinn v. Purgsta l l , und
Besitzer der aus ihrem Nachlasse herrührenden Fideicommiß-Herrschaft
Hainfeld in Steyermark, den Nahmen und das Wapen der nun-
mehr erloschenen Familie Purgstal l mit seinem Nahmen und Wapen
vereinige. (Vergl. Purgstal l ) — Ferner wurde ihm von dem König
von Hannover das Commandeurkreuz des Guelphen-Ordens, und vom
türkischen Kaiser der ottomanische Verdienst - Orden (Orden der Be-
rühmung) verliehen.
Hammerschmidt, Carl Eduard, Dr. der Rechte und Mit-
glied der Wiener juridischen Facultät, ist den 12. Iuny 18(51 zu Wien
geboren; vollendete seine juridischen Studien an der Wiener Universität
1824, erhielt daselbst die Doctorwürde und widmete sich nun der Rechts-
praxis theils bey Advocaten, theils in seiner Dienstleistung bey der k. k.
mederösterr. Hofkammer-Procüratur, bis ihm der 8tallu8 a^^näi für
die Provinz Niederösterreich, und gleichzeitig von dem k. k. General-
Militär-Commando in Nieder- und Oberösterreich die Militär-Agentie
ertheilt wurde. — Schon während der Studien bewog ihn seine Vor-
liebe für Naturgeschichte diesem Zweige des Wissens seine Mußestunden zu
widmen, und aus Privatfieiß mehrere naturwissenschaftliche Vorlesun-
gen an der Wiener Universität zu besuchen. H. beschäftigte sich längere
Zeit mit Untersuchung der wirbellosen Thiere; seine gründlichen Beobach-
tungen der Kerf-Metamorphosen verschafften ihm die Aufnahme «in die
kaiserl. Leopoldinisch - Carolinische Akademie der Naturforscher inBonn,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie