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e r r m a n n.
damit verbundenen Zeitungsamte unter,her Firma der k. k. mähr.
Leihbanks-Interessenten, welches Geschäft,bis 1912 fortgeführt wurde.
In Anbetracht seiner ausgezeichneten Perwendung zur Emporbringung
der Gewerbs-Industrie und des Kommerzes, besonders Zaber während
der feindlichen Invasion 1809/ durch die ihm anvertraute, eb.en so ge-
Verdienste, welche H. um das k. k. Ararium und selbst um das Kai-
serhauS zur Zeit des erwähnten feindlichen. Einfalls, durch Rettung
betrachtlicherÄrarial-uttdMilitär-Monturs-Commiffionsgüter, dann durch
Sicherung der auf der k. k. Familien-Herrschaft Göding befindlichen
spanischen Schafherden errungen, .erhielt er 1810 das Ritterkreuz des
Leopold-Ordens. Die k. k. mährisch-schlesische Ackerbaugesellschaft fand
sich in Würdigung der ausgebreiteten Kenntnisse, so wie des vielseitigen
gemeinnützigen Wirkens veranlaßt, denselben 1316 zu ibrem ordentli-
chen beysitzenden Mitgliede zu'ernennen, und verdankte ihm nicht nur
mehrseitige wesentliche Unterstützungen in ihren wissenschaftlichen Ver-
handlungen, sondern auch die Schenkung eines interessanten, mit phy-
sikalischen Maschinen und Apparaten reichlich ausgestatteten Cabinets,
welche eine der Hauptzierden des Franzensmuseums ausmacht. 1816
erhob ihn Kaiser Franz in den Ritterstand, und dasselbe Jahr erhielt
H. das Incolat in den gesammten k. k. Evhlandern. Als erster Vorsteher
der protestantischen Gemeinde in B rün n, Mdmete e^r dem von ihm mit-
.begründhten Kirchen- und Schulwesen dieser Gemeinde alljährlich eine
sehr nahmhafte Unterstützung. Alles Gute und Nützliche erfreute sich
feiner kraftigen Beförderung. Er starb den 15. Jan. 1336.
Herrmann, Leop. Franz, Dr.und Professor der Medicin an
der Wiener Universität, ist den 5. Iuny 1735 in Wien geboren; er
hegann und vollendete seine Oymnasialstudien bey den Piaristen in
Wien; seine philosophischen Studien an der dasigen Umversitat.Durch
seinen Vater geleitet, gewann er bey Zeiten eine Vorliebe füj? die Arz-
neywissenschaft, der er sich mit bestem Erfolge weihte. 1808'erhielt er
die Doctorwürde. Er widmete sich hierauf der Armenpraxis bey fortge-
setztem Studium im allg. Krankenhause. 1809 besorgte er eine.Abthel-
lung des Milirärspitales in Wien. 1813 ward er für seine Bemühun-
gen bey den kranken Vaterlandskriegern mit der goldenen Civil-Ehren-
Hnedaille belohnt. In demselben Jahre begann er freywillig außeror-
dentliche unentgeldliche Vorlesungen über Gesundheitslehre und Volks-
medicin. 1314 supplirte er den Prof. Langmayor, und versah gleich-
zeitig eine Spitaladtheilung als Primararzt an der Windmühle. 1315
wurde er Professor der theoretischen Medicin für Wundärzte und 1813
supplirte er die medicinische Klinik für Wundärzte. 1822 war er Secre-
tär der medicin. Section bey der Versammlung der deutschen Naturfor-
scher in Wien. 1834 wurde er Professor der Pathologie und Pharma-
cologie für Arzte. Eine tüchtige Frucht seiner Erfahrung und seines
Wissens lst sein: System der practischen Arzneymittellehre, 3 Bde./
Wien 1324—30.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie