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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 481 -
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Herrnbaumgarten. — Heyraths-Caution der Officiere. 481 Herrnbaumgarten, alter und großer isterr. Marktflecken im V. U. W. W., mit 1,590 Einw. und einem eigenen Magistrate, liegt in einem kleinen Thale am Grotbache. Es wird hier starker Weinbau getrieben; die Weine werden nach Wien , Mahren und Böhmen abge- setzt. Von dem ehemahligen Schlosse sieht man nur noch einen kleinen Überrest. * Ferrngrund. Dieser Ort ist aus mehreren Ursachen besonders merkwürdig. Seit 7—800 Jahren werden in dem hiesigen, silberhalti- gen Kupferbergwerke 3 Erzlagerstätten mit glücklichem Erfolge gebaut; allein am merkwürdigsten ist das hier aus der Erde mit Saugwerken herausgehobene Cementwasser, welches 1605 entdeckt wurde, und welches die Eigenschaft besitzt, das Eisen in Kupfer zu verwandeln; wirklich eine der auffallendsten Erscheinungen im Reiche der Metallurgie. Dieses Cementwasser ^^steht durch die durchsickernden Regen- und Schneewasser, welche^n in den alten Stollen befindlichen Kupfer- vitriol und die zurückgebliebenen kupferkiesigen Erze auflösen und mit sich führen; wegen seiner näheren Verwandtschaft mit dem Eisen, löst dieses Wasser alle ihm unterkommenden Eisentheile auf, führt diese fort/ und läßt dafür die Kupfertheile fallen, welche, wenn sie bis nach der Vollendung des, von der Natur vorgenommenen, chemischen Processes unberührt bleiben, vollkommen die frühere Eisenform beybehalten. Man nimmt hierzu alteS Eisen, welches in Spänen ungefähr von l Schuh Lange und 1 Zoll Dicke auf erwas abhängig angebrachte Rinnen gelegt wird, die mit so vielen Absätzen versehen sind, als Reihen solcher Eisen- späne angelegt werden; so, daß das Cementwasser von oben herab, wo es aus der Erde gehoben wird, aus einer Rinne in die andere ab« stießen kann, und das Eisen beständig durchfeuchtet. Die Verwandlung des Eisens in Kupfer geschieht, je nachdem dle Eisenspäne dünner oder dicker sind, in zwey oder mehreren Wochen; sie behalten ihre Gestalt vollkommen bey, wenn sie. unangetastet liegen bleiben, so, daß ein eisernes Hufeisen, nach seiner Metamorphose, ein lupfernes in seiner alten Form ist. Das auf diese Art gewonnene Kupfer, jährlich gegen 2/000 Etr., besitzt eine Geschmeidigkeit, die im Verhältnisse mit der Hätte desselben beträchtlich ist, denn es läßt sich zu feinen Faden ziehen, und fast zu so dünnen Plattchen schlagen, wie das Silber. In Neu so hl verfertigt man von diesem Cementkupfer verschiedene Kleinigkeiten (Do- sen, Bechern.), welche der Entstehung ihrer Masse wegen weit und breit verschickt werden. -^ Ferner wird hier auch die grüne Farbe, das sogenannte Berggrün erzeugt; durch das Zersetzen der Fahlerze mittelst der eingedrungenen Tagwasser, entstehen in den Gruben die grünen Farbwasser, welche die Kupferoxyde, in einer mehr verdünnten Schwe- felsäure aufgelöst, auch Gyps und Ka kerde beygemischt enthalten; diese werden in großen Kasten geleitet, in deren Flächen sich die Kupferoxyde ansetzen, welche dann durch den Beytritt der Luft das Berggrün geben. * Hertelendy, Gabr. v . , starb den 16. Iuny 1820. * seyraths-laut ion der Officiere. Zu Gunsten der Rechts- ansprüche des Hrariums, oder eines Dritten, können die von dieser H--C. entfallenden Einkünfte, sowohl während der Ehe, als nach dem Oesterr.Nat. (5„cyll.Vd.Vl. ' 3l
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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