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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 491 -
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H u n y a d, I oh, mehrere Große des Reichs, und Wlad is law bemächtigte sich des grö- ßern Theils desselben. Den hieraus entstandenen Bürgerkrieg endete ein Vergleich und der plötzliche Tod der Königinn. Schon 1433 brachte H. den Türken, bey denen mancher Vertriebene Hülfe gesucht hatte, in Verbindung mit dem rascischen Despoten Georg, eine schwere Nie- derlage bey. Als Sultan Murad dafür die Gegend bey Be lg rad verwüsten ließ, erlegte H. seinen Feldherrn, vernichtete zwey in Sie« benbürgen eingedrungene türkische Heere, und eroberte die bulgarische Stadt Sophia. Das Unglück schreckte den Sultan, der (1440) mit Ungarn einen zehnjährigen Stillstand schloß. Dessenungeachtet versuch- ten türkische Heere in den beyden folgenden Jahren Siebenbürgen zu verwüsten, was H. durch zwey große Siege hinderte. Bis in die Wa» lschey drang H. dem fliehenden Feinde nach, streifte bis nach Thrazien mit seinen Reitern, und nöthigte die Woywoden der Walachey und der Moldau zur Unterwerfung. Als treuer Anhänger des polnischen Königs verwarf H. die von der verwitweten Königinn ihrem Gegner vorgeschla- genen Vergleichsbedingungen, nach welchen Halicz, Podolien und die Moldau dem polnischen Reiche zugesichert wurden. Eher das Äußerste wölke H. wagen, als eineZerstückelung Ungarns bewilligen. Ein neuer Sieg über die Türken belebte seine Hoffnungen und das Hochgefühl der Nation. M u r ad wollte die bey Hermann st a d t erlittene Schlacht rächen, und 80,t)l1() Mann zogen auf seinen Befehl nach Siebenbür- gen über N ikopo l is , während ein Gesandter an Wlad is law im stolzesten Ton als Preis des Friedens Belgrad forderte. Der Ge< sandie ward aufgehalten, bis Siebenbürgens Schicksal entschieden war. Vorsichtig hatte H. den Paß des eisernen Thores besetzt, und den Feind zur Hälfte ganz still und ruhig durchziehen lassen. Mitten im Mar- sche brach er plötzlich von den Bergen herab, sprengte die Mitte des Feindes, jagte den größten Theil über die Donau zurück, und rieb die vorwärts gedrungenen Haufen, die schon mit der gemachten Beute zu- rückzukehren im Begriffe waren, ganzlich auf. Um volle Muße zum türkischen Kriege zu gewinnen, rieth H. nach dem Tode der Königinn zum Stillstande mit dem neuen Kaiser Friedrich I I I . , und errang im folgenden Jahre mit Unterstützung des rascischen Despoten entschei- dende Siege. Die Kernmacht Murad's würde dadurch aufgerieben, der Stolz der Osmanen .qedemütdigt. Gebeugt sandte Murad Abge- ordnete des Friedens, nur mit H. wollte sein Bothschafter unterhan- deln. Aber edelmüthig verwies ihn H. an den König und an den Reichs- rath, sich nur für einen Vasallen seines Monarchen erklärend. Ein zehnjähriger Stillstand ward unter den vortheilhaftesten Umständen ge- schlossen, und von dem Könige, wie von H. , auf das Evangelium be- schworen (13. Iuny 1444). Doch die Klagen des Papstes, die Vor- würfe der Griechen und Scand erbeg's, und die Beredsamkeit des Cardinals J u l i a n stimmten den in seinem Gewissen beunruhigten König, den kaum beschwornen Frieden zu brechen, und H. selbst ward durch die Vorstellungen des Legaten, der seinen religiösen Sinn auf- regte, wie durch das Versprechen der Bulgarey, und wohl auch durch den eigenen kriegerischen Geist für die Erneuerung des Kampfes gewon-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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