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496 sutfabrikation. — Iakomini.
stphsakademie zu Wien, Wien 1796. — Ideen zur Verbesserung der
österr. Provinzlalpharmakopöe, Preßburg 1797.
* Hutfabrikation. Der große Umfang dieses Industriezweiges
in Bö hmen erhellt daraus, daß, außer 40 Werkstätten auf dem Lande
mit etwa 200 Gesellen bloß für feine Arbeit (die ordinären Arbeiter,
Zurichter und Raffinirer ungerechnet), Prag noch 23 Meister nebst 14
größern Etablissements und Fabriken zählt, die alle zusammen mit
1,500 Arbeitern über 250,000 meist feine Filzhüte im Werthe von
mehr denn 680,000 Gulden liefern. Unter den vorzüglichen Arbeiten
verdienen jene des Märt. Kalchbrenner und Ios. Pessina, dann
der großen Fabriken des W. Stuchly, Ios. Wanig, Ios. Muck
und Carl Kriese, sämmtlich zuPrag, besondere Erwähnung. Das
letztgenannte Etablissement beschäftigt an 100 Arbeiter, die bey 6
Kesseln über dem Feuer, in welchen wöchentlich fünfmahl gefärbt wird,
jahrlich über 21,000 Hüte, worunter 2,000 Militärhüte ä 5 Gulden
erzeugen, bey einem Verbrauche von 60,000 Hasenfellen und 80 Du-
tzend Schaffellen zum Staffiren. Von diesen Erzeugnissen im beyläufi-
gen Werthe von 65,000 Gulden wird ungefähr der fünfte Theil direct
nach New-Uork, das übrige nach England, Deutschland und in alle
Provinzen der Monarchie abgesetzt.
I.
* cxHacquin, Ios. Franz Freyh. v. 1835 — 36 erschienen
zu Wien: Grundzüge der allgem. und medicin. Chemie, nach den
Angaben des Ios. Freyh. v. I . , redigin von Dr. Ign. Gruber, 2
Bde. — 1836 erhielt I. den russ. Wladimir-Orden 4. Classe.
Iakomini, Caspar Andr. Ritter v., war den 18. Oct.
1726 zu St. Daniel am Karst im Görzischen geboren. Nach erhalte-
ner vortrefflicher Erziehung im väterlichen Hause, besuchte er die Orts-
schule, dann die 4 untern latein. Classen. Schon als Knabe zeigte er
rastlosen Fleiß, unermüdliche Thätigkeit und die sirengste Ordnungs-
liebe. 1742 ging er unter die Fiumaner Miliz, und war schon im näch-
sten Jahre Lieutenant bey diesem Corps. Da jedoch der Militärstar.d
seinem nach speculativerThätigkeit strebenden Geist nicht zusagte, so ver-
ließ er ihn bald wieder, und erhielt 1748 eine Einnehmersstelle in sei-
nem Geburtsorte, die er durch 9 Jahre mit strenger Redlichkeit ver-
waltete, und 1757 die k. k. Post zu Cilly. Hier arbeitete er mit ver-
doppelter Thätigkeit und durch verschiedene gelungene Speculationen,
besonders im Getreidelandes, vergrößerte er seine Glücksumsiande auf
das ansehnlichste. Nachdem er durch einen Zeitraum von l9 Jahren der
k. l. Post zu Cil ly vorgestanden hatte, gab er diese Stelle auf und
kaufte verschiedene Güter in der Nähe von Cilly an sich, die er durch
kluge Verwaltung in einen vortrefflichen Zustand versetzte. 1778, da
er sich bereits so viel Vermögen gesammelt hatte, daß er davon mit sei-
ner Familie in anständiger Nuhe leben konnte., verkaufte er seine
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie