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Internuntius. — Iörger. 50R
Jünglinge, wenn sie sich dem Militärdienste widmen wollen, werden
von der Instituts-Direction dem Hofkriegsrathe angezeigt und empfoh-
len, der sie dann gelegentlich als Officiere bey den übrigen Regimen-
tern (größtentheils in der Linie) nach dem Grade ihrer Verwendbarkeit
anstellt.
* Internuntius. So hießen im 17. Jahrhundert die österr. Ge-
sandten an der Pforte, welche nur mit vorübergehenden Sendungen
beauftragt, an derselben nicht residirten. Erst nach der Verewigung
deS Belgrader Friedens 1747 wurde Freyh. v. Penkler zum ersten re-
sidirenden I. ernannt, nach welchem Freyh. v. Schwach heim, und
nach diesem v. Brog na rd, Freyh. v. Thu gut, Freyh. H e rb ert-
Ratkeal, Freyh. Ign. v. Stürmer, Graf Lützow, Freyh. v.
Ottenfels und Freyh. Bartholomaus v. Stürmer folgten,
welcher Letztere diese Stelle gegenwärtig bekleidet.
* Invalidenhauser. Diese bestehen: I) Zu Wien, mit einem
Filiale für Officiere inNeu-Lerchenfeld; 2) zu Prag in Böhmen
(vonKaiserCarl VI gegründet und von Dingenhofer 1729 erbaut),
nebst den Filialen zu Brandeis, Podiebrad und Pardubitz;
3) zu Pettau in Steyermark; 4) zuTyrnau in Ungarn, mit den
Filialen zu Sk a l i tz und Pesth.
* Ioannäum. Hier befindet sich auch eine colossale Büste C a<
n ov a's in Marmor. —Die Quadrupeden - Sammlung umfaßt bloß die
in Steyermark einheimischen Thiere dieser Art. DasHsi-bai-ium vivum
i<t in 3 Hauptabtheilungen geordnet und zwar: 1) Nach Linne's Sy-
stem, 2) nach der Art der Benützung, 3) die bloß in Steyermark
einheimischen Pflanzen. Auch ist mit diesem Museum eine Gemälde-
sammlung in einem besondern Locale verbunden, welches durch freywil-
lige Gaben gegründet wurde üud unter manchem Mittelgute auch meh-
rere bemerkenswerthe Gemälde auS älterer und neuerer Zeit enthalt.
* Job, Franz Sebast. Für seinen Geburtsort Neuenburg
machte er 1820 eine Stiftung von 1,200 Gulden für 2 arme Studen-
ten und zur Stiftung eineS Frauenklosters daselbst, welchem die Erzie-
hung der weiblichen Jugend obliegen soll, widmete er 1833 eine Summe
pr. 7,000 Gulden, und den Genuß der aus Bayern bezogenen Pension
jährlicher 800 Gulden. In seinem Testamente vom 4. Iuly 1831 ver-
machte er sein ganzes Vermögen zu einer Stiftung für arme Stuben«
ten in Obersteyermark, welche sich dem geistlichen Stande widmen wol-
len, unter dem Nahmen Carolianer, das bereits über 29,000 Gulden'
Conv. Münze betragt. Erstarb in Wien den 13. Febr. 1834.
Iörger, Ioh. Franz Ant. Dominik Grafv., laiserl. geh.
Rath, General der Cavallerie und Commandant von Ofen. In meh-
reren Gelegenheiten hatte I. unter Ludwig von Baden und Eugen
so viel Ehre eingelegt, daß er früh schon 1709 als Inhaber eines Dra-
goner-Regiments vorkommt. Nach dem Siege bey Widdin 1689
schickte ihn der Markgraf an den Monarchen, und berief sich auf seine
mündliche Erzählung, als eineS trefflichen OfficierS, der bey Allem mit
Unerschrockenheit und Standhaftigkeit gegenwärtig gewesen. In den
Schlachten bey Pe terwardein und Belgrad zeichnete er sich durch
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie