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Iohanniter-Ordens-Ritter. "- Ionäs. 503
vieleAandernausSchwabisch-Gmünd den Nahmen des I. v.G.14l3
als Decan, 1416 als Magister, 1420 als Astronom, 1421 als Ma-
thematiker, 1423 wieder als Decan, 1425 als Professor der Philoso-
phie, 1426 als Baccalaureus eingetragen. So constatiren Nahme,
Charakter und Geburtsort, und I. v. G. ist nach den sichersten Quellen
aus Schwäbisch-Gmünd in Neu-Würtemberg an der Rems,
welches ehemahls eine freye Reichsstadt in Schwaben war. I. v. G.
erhielr bereits 1406 die Magisterwürde; er war 1439 im Besitze der
Pfarre Laa an der mährischen Gränze, und starb 1442 wahrscheinlich
hoch bejahrt.
Iohanniter-Ordens-Ritter in der österr. Monarchie.
Die Ritter vom Hospital S t . Johannes zu Jerusa lem, nah-
men, nach urkundlicher Beglaubigung schon zu den Zeiten der Baben-
berger Sitze in Ungarn. Ihre Ankunft in Wien hatte entweder schon
gelegentlich der Heimkehr Leopold's VI . aus Palästina oder nach an-
dern Quellen spätestens unter dessen Söhnen Friedrich dem Katho-
lischen und Leopold V I I . dem Glorreichen Statt. Gewiß ist,
daß schon 1200 Haus und Kirche dieser Ritter in der Karnthnerstraße
bestanden; in den großen Feuersbrünsten unter Ot tokar wurden sie
zwar zerstört, jedoch durch die Vorsorge desselben Königs wieder schöner
aufgebaut, auch erscheint 1269 in Zwettler Urkunden der erste Comthur
dieses Ordens in W ien , Marquard . Um 1300 faßten die I. nach
dem gänzlichen Verluste des heiligen Landes festen Fuß auf der Insel
Rhodus, und wurden von da an Rhodiser genannt. Auch von hier
1522 durch die Türken vertrieben, schenkte Kaiser Car l V. 1530 dem
Orden die Insel Malta, weßhalb die Ritter von nun an Malteser
hießen. Noch vor wenigen Jahren begann der Orden mit kaiserl. Be-
willigung wieder Candidaten aufzunehmen, deren Noviziat von Rom
aus dispensirt wird, so ferne es die Caravane und den ewigen Krieg ge-
gen die Türken betrifft. Fortan werden, wie im deutschen Orden, Ge-
lübde abgelegt. Die Kirche zu St . I o h a n n in der Karnthnerstraße ist
ein schönes Monument des berühmten Großmeisters La Va le t te , und
wurde nach mehreren Erweiterungen und Verschönerungen noch 1806
durch den damahligen Comthur Franz Grafen v. Col loredo ver-
größert und mit einem^schönen Fronton verschen. Vergegenwärtige Com-
thur des Ordens in Osterreich ist der 27. an der Zahl, mit ttberge-
hung einer großen Lücke von 1269 bis 1236, von welcher Zeit keine
Urkunden vorhanden sind. Der Großprior residirt in Prag.
Iohannstein, ein dem Fürsten Liechtenstein gehöriges altes,
aus Quadersteinen in Gestalt eines Malteserkreuzes erbautes Schloß,
im V. U. W.W. Niederösterreichs, westlich von Medl ing und nörd-
lich von Sparbach; in neuerer Zeit sind einige Gemächer wieder her-
gestellt und einfach nach alter Weise möblirt worden. Rings um das
Schloß dehnt sich bis Sparbach und auf den Heuberg der fürstl. Thier-
garten aus.
Ionas, Ios., Custos am ungar. National-Museum in Pesth,
geboren zu Schemnitz 1787, widmete sich den Bergwerkswissenschaf-
ten und lebte für sie, besonders für die Mineralogie, mit ganzer Seele.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie