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5Nl Jordan, pet. — Jordan, Sylvester.
Seine Bemühungen, den Mineralreichthum Ungarns bekannter zu
machen, und das Bestreben, durch feine Forschungen auch dem Staate
nützlich zu werden, brachten ihn mit bedeutenden Männern des In- und
Auslandes in Verbindung, und zogen ihm die wohlverdiente Achtung
Aller zu, die ihn näher kannten. Er brachte eine mineralogische Gesell-
schaft für Ungarn in Vorschlag, welche aber nicht zu Stande kam. Nach
einer beendigten mineralogischen Reise nach Nagy-Bänya ward ihm
1314 die Stelle eines Custos-Adjuncten bey dem Naturalien-Cabinete
des ungar. National-Museums in Pesth zu Theil, und 18l7 wurde
er zum Custos befördert, in welcher Eigenschaft er den 1. Febr. 1321
starb. Er schrieb: Ungarns Mineralreichthum, orycto-geognostisch und
topographisch dargestellt, Pesth 1820.
Jordan, pet., Ritter des österr. kaiserl. Leopold-Ordens, k. k.
niederösterr. Regierungsrath und Director der k. k. Patrimonial-Herr-
schaft Laxen bürg und Vö send orf , Mitglied der Wiener, Grätzer
und Laibacher Landwirthschafts - Gesellschaft, war geboren zuSel l ra in
in Tyrol 1751. I. begründete vorzüglich im Vaterlande seine wissen-
schaftliche Ausbildung, wurde Professor der Naturgeschichte an der Wie-
ner Universität, und in Folge seiner ausgezeichneten Leistungen für die
rationelle Ökonomie erhielt er den Leopold-Orden, Regierungsraths-
titel und die Leitung des Laxenburger Ökonomiewesens. Seine schriftli-
chen Ausarbeitungen und öffentlichen Vortrage sind größtentheils der
Landwirthschaftslehre Trautmann's mit I.'s ausdrücklicher Einwilli-
gung zum Grunde gelegt. I. ist es, der die Ökonomie mit großem
Scharfsinne auf chemische und physiologische Grundsatze zurückgeführt
hatte. Er starb zu Wien den 6. Iuly 1827.
Jordan, Sylvester, ist den 30. Oct. 1792 zu Omas in Ty-
rol geboren, zeigte schon in der Aramer Dorfschule hervorstechende und
glückliche Anlagen zu höheren Wissenschaften, welche von dem dortigen
edlen Menschenfreund, Lehrer und Hülfspriester, Franz H i r n sorg-
sam gepflegt, in der Zeitfolge sowohl im Gymnasium zu Innsbruck
1806, als auf dem damahligen Lyceum zu München 1809, dann
auf den Universitäten zu Landshut und Wien so hervorglanzten,
daß I. wegen einer wahrend seiner Studien zu Lands Hut ganz ausge-
zeichnet beantworteten philosophischen Preisfrage 1815 den bestimmten
Preis, dann die philosophische und juridische Doctorwürde 1815 und
1817 dort erhielt. Seine sowohl zu Frankfur t als Heidelberg
in den folgenden Jahren eben so glücklich als ausgezeichnet geführten Ad-
vocatengeschäfte erwarben ihm endlich den Ruf eines der geschicktesten
deutschen Rechtsgelehrten, und daher auch die Stelle eines churhessischen
Professors der Rechtsgelehrcheit an der Universität zuMarburg. Sei-
ne rühmvolle Verwendung in diesem Lehrfache bewährt endlich der Um-
stand auf eine auffallende Weise, daß derselbe als abgeordneter Vertreter
der Marburger Universität bey der Ständeversammlung inCassel 1831
eben so ausgebreitete als gründliche Kenntnisse in mehreren Fächern
der Wissenschaften auf eine sehr glänzende Art vor der Standeversamm-
lung entfaltete. Daher wird I. mit allem Rechte unter die Zahl der
vorzüglichen Gelehrten in Churhessen gerechnet. I'.s Schriften sind:
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie