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Irrenhäuser. — Ischl. 505
Über die Auslegung der Strafgesetze, Landshut 18l3. — Versuche über
allgem. Staatsrecht, Marburg 1823. — Lehrbuch des allgem. und
deutschen Staatsrechts, Cassel l321.
* Irrenhauser. Den Grund zu einem Irrenhause zu Walzen
in Ungarn legte 1836 laut Reichstags-Artikel 42 der Waizener Bischof
Franz Graf N^dasdy, indem er das ehemahlige Theresianum-Ge-
bäude in Waizen, welches zur Militär-Akademie bestimmt war,
kaufte, und zur Errichtung einer Irrenanstalt widmete. Der Waizener
Domherr Casimir Gaspari t aber both 1,000 Gulden Conv. Münze
zur gehörigen Errichtung für denselben Zweck.
* Ischl. Die Soole zu I. gehört ihres Gehaltes wegen an Na-
tron, Kalk, Bittererde mit Salz- und Schwefelsäure verbunden, zur
Classe der auflösenden Mineralwässer, wobey die überwiegende Menge
des Kochsalzes und des darin enthaltenen Brom besonders zu beachten ist.
Die glückliche Wirkung dieser Bestandtheile wird jedoch durch die inge-
niöse Anwendung der Soole in tropfbar fiüfsiger und Dampfform, wie
auch im Mineralschlamme, und durch die Vermischung mit Schwefel«
wajser, den Gebrauch der Alpenmolke, und endlich durch die unver-
gleichlich schone Lage und Umgebung des Ortes selbst, ganz eigenthüm-
lich bedingt; es ist daher des Curortes heilsame Wirkung diesem ganz
speciellen Charakter der Ortlichkeit gewiß nicht in geringem Grade bey»
zumessen, indem das Gemüth des Badegastes^ dadurch besonders hei«
ter gestimmt, für den Lebensgenuß eine neue Spannkraft erhalt. Die?
sem Umstände ist auch lediglich zuzuschreiben, daß viele von den Bade-
gästen, durch die Schönheit der Landschaft hingerissen, sich in I.
ankaufen und herrliche Wohngebaude errichten. Bader werden in zwey
sehr zweckmäßig eingerichteten Gebäuden verabfolgt, das eine dient nur
zu Wannenbädern, das andere Gebäude aber bloß zu Vollbädern, wo
man 20 geräumige, äußerst reine und helle Cabinete sammt Vorzim-
mern antrifft, und wo zugleich Vorrichtungen zu Regen-, Sturz-,
Douche- und Weljenschlagbädern angebracht sin^ An der Fronte dieses
Badehauses öffnet sich ein schöner Saal mit verschiedenen Journalen
versehen zur Reunion den Gästen. Das Merkwürdigste jedoch ist das
Dampfbad im neuen Sudhause, welches die oberste Salinen-Direction
mit Doppelpfannen erbauen ließ. Die Damvfbadeanstalt selbst ist zweck-
mäßig, großartig, rein, bequem, frey von jeder widrigen Zugluft;
die muriatischen Dämpfe, die sich aus der bey 3,000 Eimer haltigen
siedenden Soole über die Doppelpfannen erheben, müssen durch die Ca-
binete streichen, wo sie nach dem Gefühle der darin Sitzenden durch eine
Vorrichtung mehr zu? oder abgeleitet werden können. Dieses Dampf-
bad steht nun für sich, ganz vollendet da. Die Erfahrung hat über die
Wirkung der Dampfbäder das günstigste Urtheil gesprochen. Krankheiten
der Haut und des Drüsensystems, besonders der Respiration, können
den salzsauren Dämpfen zur Heilung mit Vertrauen zugewiesen werden.
Zwischen dem großen Badhause und der Traun wurde ein Garten ange-
legt, und durch die Liberalität des Dr. Wi re r dem Vergnügen und
der Bequemlichkeit der Gäste, besonders beym Molkentrinken, gewid-
met. Die Mölke wird auf einer kräuterreichen Alpe unter ärztlicher Auf,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie