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5l4 Rlein, Ioh. wilh. — Rnoll.
Kenntnisse und Verdienste sind von vielen gelehrten Reisenden, die das
Stift besuchten, von Dr. Schuttes und Sa r to r i in ihren Reisen
durch Osterreich, von Jack in „Wien und dessen Umgebungen," von
Primisser in „Reisenachrichten über Denkmale der Kunst und des
Alterthums in den österr. Abteyen," von D ibd in , Pertz, Mar-
ti us, vonHormayr undRidler im österr. Archiv, und in des Erstern
Taschenbuche, von dem Bibliothekar H arter aus München, von Dr.
Böhmer aus Frank fu r t , und so manchen andern Mannern von
Ruf, rühmlichst gewürdigt worden. — Bey allem dem ist K. sehr be»
scheiden, von edler, biederer und rechtlicher Denkungsart, ein Ju-
gendfreund, ein Wohlthaler der Armen, wie er sich auch überdieß durch
die Bildung des jungen Nachwachses des Stiftes, vorzüglich in der classi-
schen Literatur der Alten, in den Annalen von S t . F lo r ian ein un«
vergängliches Denkmal gesetzt bat. — Leider trüben barte körperliche
Leidende Tage des Alters dieses würdigen Mannes, die er aber mit
christlicher Resignation zu ertragen weiß, und die seinen Frohsinn und
seineHeilerteit nie ganz zu beugen und zu unterdrücken im Stande sind.
* Rlein, Ioh. wilh. Neu ist von ihm: Geschichte des Blin.
den - Unterrichts, Wien 1837.
Rlein, MagNUS Ioh . , Abt des Benedictinerstiftes Gött-
weih in Niederösterreich, k. k. Rath und vormahls Verordneter der
niederösterr. Stände, war geboren den 1. May 1717 zu Wasserho-
sen in Karnthen, betrat die lateinischen Schulen in Klagen für t ,
und vollendete die theologischen Studien in Gratz. 1739 legte K.
die Ordensgelübde in die Hände des, durch sein (Hronicon t^ott-
vicenze unsterblichen Got t f r ied Nessel (s. d.), damahligen Abtes
zu Göt twe ih , ab. Bessel entdeckte in seinem jungen Stiftsge-
nossen jenen unermüdeten, untersuchenden Geist, der zu einem gründ-
lichen Studium der Geschichte gebort, theilte ihm sein Wissen ganz mit,
und in kurzer Zeit sah sich K. selb'5 im Stande, an gelehrten Ausar-
beitungen seine Feder zu üben. So entstand seine I^otitia
>ÄNtiqu»6 etmeckae, 2 Bde., Tegernsee «781, und der Oäex
tionuin I^uriskeimenziuin, 3 Bde., Manh. 1768—70. In diesen
Werken liegt ein Schatz der seltensten Gelehrsamkeit, und sie werden
in den spatesten Zeiten ein Beweis seyn, was der 1769 zum Abte er-
wählte K. zu leisten vermochte, und wie er seinen Kenntnissen die schöne
Richtung gegeben hat, dem Vaterlande und der gelehrten Welt nützlich
- zu seyn. Nach dem am 28. Nov. 1783 erfolaten Tode dieseS trefflichen
Mannes fand sich unter seinen Papieren ein Entwurf der Geschichte der
deutschen Bisthümer in 17 Banden. Als einen vorzüglichen Kenner der
vaterländischen Geschichte zog man K. bey allen jenen Geschäften zu Ra-
the, welche eine Kenntniß des Landes und der Verfassung desselben er-
forderten, und selbst die Kaiserinn Mar ia Th e resia that es beyden
Angelegenheiten der bayerischen Erbfolge-Ansprüche.
Rno l l , Ios. Leonh. , k. k. öffentl. ordentl. Professor der allg.
Welt- und der österr. Staatengeschichte an der Prager Universität, ist
den 6. Nov. 1775 zu Grul ich in Böhmen geboren; studirte zuPrag,
war lL06—9 Professor der Universalgeschichte an der damahligen österr.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie